Preis ist ausschlaggebend bei der Stromanbieter-Wahl
Eine aktuelle Umfrage des Online-Portals “Yahoo! Deutschland” zeigt sehr deutlich den Unterschied zwischen Theorie und Praxis in Sachen Umweltschutz und Energiesparen: Während die meisten Menschen durchaus bestätigen, dass sie bei der Wahl ihres Stromanbieters auch ökologische Kriterien berücksichtigen, hört der ökologische Gedanke auf, wenn es um das eigene Geld geht. Dann zählt nämlich nur noch der Preis pro Kilowattstunde, so das ernüchternde Ergebnis der Umfrage.
Die Branchenstudie wurde von der Enigma GfK Medien- und Marktforschung GmbH im Auftrag von Yahoo! Deutschland durchgefragt. An der hinsichtlich Alter, Geschlecht und Bildung repräsentativen Online- Umfrage nahmen den Angaben zufolge 1513 Personen über 18 Jahre teil. Über 90% der Befragten geben zu, dass für sie ein günstiger Preis das wichtigste Kriterium beim Wechsel des Strom- oder Gasanbieters ist, gefolgt von einer langen Preisgarantie (90% Zustimmung) und gutem Kundenservice (über 80% Zustimmung).
Schon die Motivation für einen Anbieterwechsel spiegelt die eigentlichen Präferenzen wider: Jeweils über 80% wollen ihren Anbieter wechseln, weil sie zukünftig mehr Geld sparen möchten oder weil der aktuelle Anbieter die Preise erhöht. Zwar stimmen mehr als drei Viertel der Befragten der Aussage zu, dass zum Wohl künftiger Generationen auf Umweltschutz und Energiesparen nicht mehr verzichtet werden kann, doch bei der Entscheidung, den eigenen Stromanbieter zu wechseln, spielt der Umweltgedanke eher eine zweitrangige Rolle: Nur etwa 20% der Befragten halten das Angebot von Öko-, Klimaschutz- oder Umwelttarifen für “sehr wichtig”.
Dass Menschen sich allgemein für den Umweltschutz aussprechen, aber in ihrem persönlichen Umfeld anderen Kriterien den Vorzug geben, immer wieder zu beobachten. So befürworten fast alle Menschen den Ausbau der erneuerbaren Energien, aber wenn es um den Bau von Windrädern vor der eigenen Haustüre geht, kommt es häufig zu heftigem Widerstand der Anwohner. Gleiches gilt für das Thema Solarstrom. So halten viele Menschen die Solar-Technologie für die Zukunft, die daraus resultierende Förderung, die in Form der EEG-Umlage auf die Stromrechnung aller Verbraucher aufgeschlagen wird, lehnen die meisten jedoch ab. (mh)




