Verbraucherzentrale rät von E10 in Rasenmähern ab
Die Debatte um den neuen Biokraftstoff E10 ist noch längst nicht ausgestanden, und ob die Verbraucher den neuen Biosprit an den Tankstellen annehmen, nachdem auf dem Benzingipfel in dieser Woche beschlossen wurde, dass die Einführung nicht gestoppt wird, bleibt abzuwarten. Die Verbraucher sind nach wie vor verunsichert und fragen sich auch, ob E10 denn auch in benzinbetriebenen Gartengeräten (z.B. Rasenmähern), die nun bald wieder zum Einsatz kommen, eingesetzt werden kann. Energieexperte Roland Pause von der Verbraucherzentrale Sachsen weist darauf hin, dass es entscheidend ist, “dass Leitungen und eingesetzte Materialien nicht vom höheren Alkohol- gehalt des Kraftstoffes angegriffen werden”. Wie auch bei den Autos sollte hier in jedem Fall der Hersteller des Gartengeräts gefragt werden. Bei Billig-Gartengeräten wie Baumarkt-Eigenmarken, die oft aus China importiert werden, könnte sich das jedoch schwierig gestalten.
Bei benzingetriebenen Gartengeräten gibt es allerdings noch ein zusätzliches Problem, denn diese werden nicht täglich eingesetzt, so dass der Kraftstoff längere Zeit in den Tanks gelagert wird. Laut der Verbraucherzentrale Sachsen kann es passieren, dass E10 durch seinen höheren Alkoholgehalt schneller altert und schneller verdampft, was die Zündwilligkeit verringert. Die Hersteller empfehlen nur frisch getankten Kraftstoff zu verwenden, was jedoch kaum realisierbar ist.
Pause vermutet, dass die ständige Aufbewahrung von E10 in den Tanks ein Problem sein könnte, denn der höhere Alkoholgehalt des Kraftstoffs führe dazu, dass er leichter Wasser aufnimmt. Bei langer Lagerung kann dies zu verstärkter Korrosion und Rostbildung im Blechtank kommen. Gerade bei günstigen Gartengeräten werden häufig solche Materialien verwendet. Fazit: Verbraucher sollten für benzinbetriebene Geräte, die nicht täglich genutzt werden, lieber auf andere Kraftstoffe ausweichen, so die Verbraucherzentrale.
Generell empfiehlt sich mit Blick auf die Umwelt ein Umstieg auf Hand- oder Elektrorasenmäher. Diese führen nicht nur zu erheblich geringeren CO2-Emissionen, sondern sind zudem auch noch deutlich leiser. Einige Elektrorasenmäher sind heute schon mit Akku erhältlich, wodurch der Aktionsradius nicht mehr durch ein Kabel eingeschränkt wird. (mh)




