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Nur eine Pause? Sieben AKW sollen vorerst vom Netz genommen werden

Nur eine Pause? Sieben AKW sollen vorerst vom Netz genommen werden
Nur eine Beruhigungspille? Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt die sieben ältesten deutschen Atommeiler "vorübergehend" abschalten.

Als Reaktion auf die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima hat Kanzlerin Angela Merkel heute nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder bekannt gegeben, dass alle sieben bis Ende 1980 in Betrieb genommenen deutschen Atomkraftwerke vom Netz genommen werden sollen. Laut der Kanzlerin wird es sich jedoch um eine “vorübergehende” Abschaltung der in die Jahre gekommenen Atommeiler handeln. Während des dreimonatigen Moratoriums sollen von einer unabhängigen Komission umfangreiche Checks an allen deutschen Atommeilern durchgeführt werden. Die Ergebnisse aus diesen Überprüfungen sollen am 15. Juni 2011 vorliegen.

Völlig offen ist, ob die alten Atommeiler Biblis A und B, Neckarwestheim 1, Brunsbüttel, Isar I sowie Unterweser und Philippsburg 1, die sofort vom Netz genommen werden sollen, nach einer Überprüfung wieder ans Netz gehen könnten. Eine klare Aussage gab es nicht. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatte noch am Montag gesagt, er gehe davon aus, dass ein während des dreimonatigen Moratoriums abgeschalteter Atommeiler gar nicht wieder ans Netz gehe. Umweltschützer bezeichnen das Moratorium als eine “Beruhigungspille” und befürchten, dass sofern die Sicherheitsüberprüfung zeige, dass die Alt-Atommeiler “sicher” sind, diese auch wieder ans Netz gehen werden. Wie die Bundesregierung nach den Landtagswahlen verfahren wird, bleibt also abzuwarten.

In der Bevölkerung sinkt der Zuspruch für die Kernenergie mittlerweile dramatisch. Zahlreiche Umfragen der letzten Tage zeigen, dass sich 70 bis 80 Prozent der Bundesbürger einen baldigen Ausstieg aus der riskanten Atomenergie wünschen. Das zeigt sich auch in einer wahren Wechselwelle zu Ökostrom-Anbietern, die es seit der Atomkatastrophe in Japan gibt. So können sich Ökostrom-Anbieter wie Greenpeace Energy und LichtBlick über regen Zulauf freuen. Laut den Unternehmen haben sich die Vertragsabschlüsse am vergangenen Wochenende zum Teil verfünffacht. Diesen Trend bestätigt auch das Energie-Portal “Verivox”.

Wer die Kernenergie ab sofort nicht mehr unterstützen möchte, kann schon heute mit wenig Aufwand zu einem Ökostrom-Anbieter wechseln. Bei der Wahl eines Anbieters sollten Verbraucher jedoch unbedingt darauf achten, auch echten Ökostrom zu bekommen. Längst nicht jeder Ökostrom-Anbieter verkauft auch echten Strom aus regenerativen Quellen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich davon überzeugen, dass der Anbieter mit einem Ökostrom-Gütesiegel (Ok- Power-Label, Grüner-Strom-Label und TÜV-Zertifikate) zertifiziert ist. (ok)