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Elektroschrott: EU-Ministerrat hebt Recycling-Quote auf 45 Prozent an

Elektroschrott: EU-Ministerrat hebt Recycling-Quote auf 45 Prozent an
Die europäischen Umweltminister haben sich darauf verständigt, die Elektroschrott-Sammelquote zunächst auf 45% anzuheben. (Foto: © Radel / Pixelio)

Die 27 EU-Mitgliedsstaaten haben sich auf strengere Auflagen für das Recycling von Elektroschrott (WEEE) geeinigt. In Zukunft sollen mehr ausrangierte Elektrogeräte einer Verwertung zugeführt werden als es bisher der Fall war. Momentan werden nur etwa 30 Prozent der alten Elektrogeräte wiederverwertet. Dabei gehen Tausende Tonnen Rohstoffe verloren. Nach einem Gesetzentwurf (PDF) aus dem Jahre 2008 sollte die Quote bis 2016 auf 65 Prozent steigen. Das Parlament beschloss im Februar sogar eine Quote von 85 Prozent. Das war den europäischen Umweltministern aber offenbar viel zu hoch: Sie beschlossen, dass ab sofort jedes Land 45 Prozent der Altgeräte wiederverwerten müsse. 2016 soll dieser Wert dann auch 65 Prozent steigen.

Eine Sonderregelung gibt es für Ungarn, Polen, Rumänien, Litauen, Lettland, Malta, die Tschechische Republik und die Slowakei. Da die Verbraucher hier nur wenig Elektrogeräte besäßen, würde bis 2016 das Erreichen einer Sammelquote von 40 bis 45 Prozent ausreichen. “Eine Quote ist ein wesentlicher Beitrag zur Rohstoffsicherung in Europa”, so Umweltstaatssekretärin Katherina Reiche. “Wir wollen sicherstellen, dass das, was einmal im Kreislauf ist, auch wiederverwertet wird.” Man wolle vor allem vermeiden, dass Elektroschrott illegal in Entwicklungsländer exportiert werde. Das ist besonders bei Computern und Monitoren der Fall, die containerweise nach Afrika exportiert werden und dort Menschen vergiften und die Umwelt verseuchen.

Spitzenreiter in der Wiederverwertung von Elektroschrott sind die skandinavischen Länder mit einer Quote von 65 Prozent. Schlusslicht sind die osteuropäischen Staaten. Deutschland kommt auf eine Sammelquote von etwa 40 Prozent. Jeder Verbraucher kann selbst dazu beitragen, dass Elektroschrott die Umwelt weniger belastet und die darin enthaltenen wertvollen Rohstoffe wieder in die Produktionskette gelangen können. Alte Handys können zum Beispiel kostenlos und unabhängig vom Hersteller oder Netz bei der Deutschen Telekom, O2, Vodafone, E-Plus oder dem NABU abgegeben werden. Viele Anbieter bieten kostenlose Etiketten für den Versand der alten Handys an.

Ausgediente PCs müssen nicht immer gleichzeitig unbrauchbar sein. Überlegen Sie, ob Sie mit dem funktionstüchtigen aber für Sie zu langsam gewordenen Computer nicht noch einer anderen Person eine Freude machen können. Auch mit einem Verkauf über Plattformen wie eBay könnte sich das Leben des PCs noch ein wenig verlängern lassen. Zudem bieten einige Computer-Hersteller wie Apple Recycling-Programme an, bei denen man eventuell sogar noch einige Euro für den PC erhält. (ok)