AWK Fukushima: Lage immer aussichtsloser

Die Lage im Atomkraftwerk Fukushima spitzt sich von Stunde zu Stunde weiter zu. Noch immer ist die Nachrichtenlage zur wahren Situation in dem Unglücks-AKW völlig unklar. Verzweifelt versucht ein freiwilliges Himmelfahrtskommando bestehend aus Mitarbeitern des AKW den GAU (Größten anzunehmenden Unfall) noch irgendwie zu verhindern. Doch die Lage scheint immer mehr aussichtslos zu sein. Nachdem die Kühlung der zerstörten Reaktoren schon gestern per Helikopter erfolgte, wurde diese Maßnahme zwischenzeitlich aufgrund der extrem hohen Strahlung über den Reaktorgebäuden wieder eingestellt. Heute hat man die Kühlung mit Meerwasser per Helikopter trotz der großen Strahlengefahr wieder aufgenommen, was zeigt, wie verzweifelt die Betreiber mittlerweile sind. Ob der Wasserabwurf über den Reaktoren überhaupt eine kühlende Wirkung hat, ist unklar.
Heute sollte die Kühlung mit Wasserwerfern von Polizei und Feuerwehr fortgesetzt werden. Freiwillige Helfer wollten die havarierten Reaktoren mit den großen Wasserspritzen besprühen um die stark radioaktiven Brennstäbe damit zu kühlen. Ob der Wasserstrahl überhaupt in das Innere der Reaktoren gelangt und dort einen nennenswerten Kühleffekt erzeugen kann, war auch hier völlig unklar. Medienberichten zufolge wurde die Idee aber schon wieder verworfen. Wegen der hohen Radioaktivität können sich die Fahrzeuge nicht weiter nähern.
Die letzte Hoffnung stellt nun eine Notstromleitung dar, die AKW- Betreiber Tepco im Verlauf des heutigen Tages fertigstellen will. Man hofft, mit dem Strom die vor Tagen ausgefallenen Notstromaggregate wieder in Gang bringen und die Kühlung der Reaktoren gewährleisten zu können. Unklar ist jedoch, ob die Kühlsysteme nach den verheerenden Explosionen überhaupt noch intakt sind und genutzt werden können. Sollte dies nicht der Fall sein, dürfte die Katastrophe wohl kaum noch aufzuhalten sein. Die japanische Regierung hat Kraftwerksbetreiber Tepco jedoch davor gewarnt, das AKW Fukushima aufzugeben. Wohl auch dann nicht, wenn die Lage völlig aussichtlos ist.
Experten schätzen, dass dem AKW-Betreiber noch etwa 24 Stunden bis zum sogenannten “Point of no Return” bleiben. Danach lässt sich der GAU wahrscheinlich nicht mehr aufhalten. Erdbeben, Tsunami und jetzt eine drohende Atom-Katastrophe, deren Ausmaß zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand richtig abschätzen kann. (mh)




