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Ökostrom-Wechsel: So einfach ist der private Atomausstieg

Ökostrom-Wechsel: So einfach ist der private Atomausstieg
Noch nie war der Atomausstieg so einfach wie heute. Wir sagt Ihnen, wie Sie dem Atomstrom in wenigen Schritten eine Absage erteilen. (Foto: © Sturm / Pixelio)

Die dramatischen Ereignisse in Japan haben dazu geführt, dass immer mehr Verbraucher die Nutzung der Kernenergie infrage stellen und ernsthaft überlegen, ihren eigenen Strombedarf in Zukunft ausschließlich mit Ökostrom zu decken und dem Atomstrom endgültig eine Absage zu erteilen. Seit dem Wochenende können sich die deutschen Ökostrom-Anbieter kaum vor Kundenanfragen retten. Dass es für die Erkenntnis, dass die Atomkraft ein Auslaufmodell ist, das sich von Menschen nicht beherrschen lässt, erst eine Katastrophe wie die im AKW Fukushima brauchte, ist tragisch. Aktuell sieht es zwar nicht so aus, als ob dies die ganze Welt erkannt hätte, jedoch kann zumindest hierzulande jeder Verbraucher selbst zu jeder Zeit über seinen eigenen Atomausstieg entscheiden, indem er ab sofort auf Ökostrom setzt.

Der eigene Atomausstieg ist heute einfacher denn je. Mittlerweile tummeln sich zahlreiche Ökostrom-Anbieter auf dem Markt, die den Wechsel auf eine Stromversorgung aus regenerativen Energiequellen zum Kinderspiel machen. Zu den größten Ökostromanbietern in Deutschland zählen Greenpeace Energy, LichtBlick, die Naturstrom AG und die Elektrizitätswerke Schönau. Diese vier Ökostromanbieter haben bewiesen, dass ihnen die umweltfreundliche Stromproduktion und die Förderung des Ausbaus von Erneuerbaren Energien am Herzen liegt. Letzterer Punkt ist besonders wichtig, denn ein Ökostromanbieter, der nur von alten Anlagen lebt und nicht einen Teil seiner Gewinne in den Bau neuer Anlagen investiert, bietet zwar umweltfreundlichen Strom an, trägt aber nur wenig zur Energiewende bei. Vom Verbrauchermagazin Öko-Test wurden die vier Branchengrößen mit der Note “sehr gut” ausgezeichnet. Von der Stiftung Warentest gab es ein “gut”.

Kaum Preisunterschiede, ein Vergleich lohnt sich aber trotzdem

Neben den vier Großen gibt es auch noch zahlreiche kleine Ökostrom-Anbieter wie Naturwatt, Secura oder Grünhausenergie. Die Preise für Ökostrom unterscheiden sich aber kaum. Zudem gibt es nur noch geringe Preisunterschiede zwischen Ökotarifen und dem Graustrom. Ganz im Gegenteil: Die Preise für so manchen Ökotarif sind erheblich günstiger als die der lokalen Grundversorger. Wer sich dazu entschlossen hat, auf Ökostrom umzusatteln, kann dies in einigen wenigen Schritten tun, sollte aber zuvor einige Punkte beachten. Im ersten Schritt sollte man einen Vergleich durchführen, schließlich soll der Geldbeutel nicht allzusehr in Mitleidenschaft gezogen werden. Auf Portalen wie Check24 und Verivox ist das kostenfrei und innerhalb weniger Minuten möglich. Beide Anbieter ermöglichen die ausschließliche Suche nach Ökostromtarifen. Hat man einen interessanten Tarif gefunden, sollte man einen Anbietercheck durchführen, schließlich möchte man nicht verdeckt wieder Atom- oder Kohlestrom untergeschoben bekommen.

Ökostrom-Anbietern unter die Lupe nehmen

Einige Anbieter, die ihren Strom beispielsweise aus Kohlekraftwerken beziehen, labeln diesen mit Hilfe des Renewable Energy Certificate Systems (RECS) vor dem Verkauf in Ökostrom um. Hier lohnt sich ein Blick in die Beschreibung zur Stromherkunft des Anbieters um entsprechende Angebot zu entlarven. Verlässlichere Helfer bei der Suche nach dem geeigneten Ökostromanbieter sind das Ok-Power-Siegel, das Grün- Strom-Label und die diversen TÜV-Siegel. Aber auch hier gibt es einige Ausnahmen: Der TÜV Süd erlaubt beispielsweise bei zwei seiner Zertifikate, dass 50 Prozent des Stroms aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) kommen dürfen. Beim Grüner-Strom-Label sind auch Ökostrom- Tarife von Stromerzeugern zertifiziert, die daneben auch Angebote mit Atomstrom und fossilen Energieträgern verkaufen. Auch das Ok-Power- Label lässt Tarife mit KWK-Strom zu, allerdings dürfen hier die Anlagen ein bestimmtes Alter nicht überschreiten.

Und dann geht alles ganz schnell

Sobald Sie Ihren Wunsch-Ökostrom-Tarif gefunden haben, kann alles ganz schnell gehen. Auf den Websites des Anbieter gibt es meistens entsprechende Antragsformulare, die direkt online ausgefüllt werden können. Was Sie für den Ökostrom-Wechsel benötigen, sind die Daten Ihres aktuellen Stromanbieters, Ihren geschätzten Jahresverbauch in kWh (die letzte Jahresrechnung ist hier ein guter Anhaltspunkt) und den aktuellen Stand des Stromzählers in Verbindung mit der Zählernummer. Sind die Daten einmal eingegeben und abgeschickt, geht alles wie von selbst. Ihr neuer Anbieter kümmert sich um die Vertragsauflösung bei Ihrem aktuellen Stromanbieter. Zu einer Abschaltung Ihres Stroms wird es dabei zu keinem Zeitpunkt kommen. Sie müssen sich eigentlich nur noch zurücklehnen und abwarten, bis der grüne Ström aus ihren Steckdosen fließt. So einfach ist der Ausstieg. (ok)