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Trotz Fukushima: EU-Länder wollen an Atomstrom festhalten

Trotz Fukushima: EU-Länder wollen an Atomstrom festhalten
Nicht alle EU-Länder stellen die Kernenergie nach der Katastrophe im japanischen AKW Fukushima auf den Prüfstand. Italien plant sogar den Wiedereinstieg.

Nach der Naturkatastrophe in Japan droht nun auch noch eine Atomkatastrophe. Das nach dem Erdbeben havarierte japanische Atomkraftwerk Fukushima steht kurz vor dem GAU. Als Reaktion auf die Ereignisse hat sich die deutsche Bundesregierung dazu entschlossen, die Kernkraft auf den Prüfstand zu stellen und die ältesten AKW im Rahmen eines Moratoriums vorerst vom Netz zu nehmen. Für alte Atommeiler wie zum Beispiel Neckarwestheim 1 bedeutet das Moratorium das endgültige Aus. Ob die anderen Atommeiler nach dem Auslaufen des Moratoriums wieder ans Netz gehen oder endgültig abgeschaltet bleiben, bleibt abzuwarten. Aber längst nicht jedes europäische Land zieht die atomare Notbremse.

Nachbar Frankreich setzt voll auf Atomkraft und deckt etwa 80 Prozent seines Strombedarf über die 58 Kernkraftwerke im Land. Präsident Nicolas Sarkozy hat betont, dass ein Atomausstieg für Frankreich nicht in Frage komme, weil die Kraftwerke “zehnmal sicherer” seien als andere. Eine doppelte Schützhülle sorge für zusätzliche Sicherheit. Außenminister Alain Juppé betonte allerdings, dass man künftig verstärkt in den Ausbau von erneuerbaren Energien wie Offshore-Windparks investieren wolle.

Auch Spanien möchte nichts von einem baldigen Atomausstieg wissen, obwohl einige Atommeiler fast baugleich mit den Unglücks-Reaktoren in Fukushima sind. Nach Ansicht der spanischen Regierung seien in Japan mehrere extreme Umstände zusammengekommen, die man in diesem Ausmaß für das eigene Land ausschließen könne. Vor diesem Hintergrund dürfe man keine voreiligen Schlüsse ziehen. Auch Großbritannien will weiter auf Atomkraft setzen. Zwar sollen einige der Alt-AKW bis 2035 abgeschaltet werden, zum Ersatz will das Land jedoch neue Anlagen bauen. Man kündigte jedoch an, die ältesten Atommeiler einer Sicherheitsüberprüfung unterziehen zu wollen.

In Italien plant man aktuell sogar den Wiedereinstieg in die Kernenergie. Nach der folgenreichen Atomkatastrophe von Tschernobyl stieg das Land aus der Atomenergie aus. Wegen hoher Stromkosten und mangelndem Wirtschaftswachstum will man nun wieder einsteigen. Am 12. Juni 2011 können jedoch die Bürger des Landes darüber entscheiden, ob es eine Rückkehr ins Atomzeitalter geben wird oder ob man der Kernenergie endgültig eine Absage erteilt. (ok)