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Atom-Debatte: Trittin kritisiert AKW-Moratorium

Atom-Debatte: Trittin kritisiert AKW-Moratorium
Der Fraktionsvorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grünen, Jürgen Trittin, hat das dreimonatige Moratorium für die deutschen Alt-AKW heftig kritisiert.

Eigentlich sollte es in der Debatte des Bundestags um die Katastrophe von Japan gehen, jedoch entwickelte sich schon sehr bald eine hitzige Diskussion über die deutsche Atomenergiepolitik, insbesondere über das von der Regierung angekündigte Moratorium und die vorübergehende Stilllegung von sieben alten Atomreaktoren. Dies kritisierte Jürgen Trittin, Fraktionsvorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grünen heftig. Er betonte, dass sich seine Partei seit jeher gegen die Atomenergie gestellt habe. „Eine Technik, bei der nichts schief gehen darf, ist nicht verantwortbar. Das ist nicht menschengerecht – denn Menschen und ihre Technik machen Fehler“, äußerte Trittin.

Die jetzige Katastrophe in Japan sei auch für ihn nicht vorstellbar gewesen und deshalb müsse nun alles auf der Grundlage aktueller Wissenschaft und Technik überprüft werden. Zudem wies er darauf hin, dass man nicht mit einer 100-prozentigen Sicherheit sagen könne, dass die deutschen Atomkraftwerke sicher seien. Bis jetzt habe man dies auch von den AKWs in Japan gedacht. Eine Überprüfung, wie sie erforderlich sei, könne nicht innerhalb von drei Monaten durchgeführt werden, hierzu seien bis zu 1,5 Jahre notwendig, so Trittin. Deshalb forderte er von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) das Inkraftsetzen des kerntechnischen Regelwerks.

Ebenfalls kritisierte der Grünen-Politiker den von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) propagierten „Ausstieg mit Augenmaß“. Seiner Ansicht nach wolle die Bundesregierung nicht wirklich schneller aus der Kernkraft aussteigen, sondern halte an dem Energiekonzept durch einen Weiterbetrieb der Atomkraftwerke bis 2040 fest.

Demgegenüber verlangte er den schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomenergie und räumte ein, dass solch eine große Umstellung für alle unbequem sei und die Energieversorgung „nicht billiger“ mache. Jedoch gehe es jetzt nicht mehr um den Zeitraum des Ausstiegs, sondern nur noch darum, wie dieser bewerkstelligt werden kann. Demzufolge müssten sich auch die Grünen umstellen und beispielsweise die verstärkte Nutzung von Biogas akzeptieren. „Es ist unbequem für uns alle, weil wir gemeinsam für die Infrastruktur mit neuen Leitungen und neue Pumpspeicherkraftwerke sorgen müssen“, sagte Trittin und fügte hinzu, dass das Restrisiko der Atomenergie nach Fukushima nicht mehr zu verantworten sei. So steigen Sie selbst aus der Atomenergie aus. (sk)