London: Prinz Charles stellt Öko-Haus vor

Der britische Thronfolger Prinz Charles ist bekannt für sein Engagement in Sachen Umweltschutz. So fahren die Autos von Prinz Charles und Queen Elizabeth, wie zum Beispiel ein 39 Jahre alter Aston Martin, mit Bio-Ethanol aus Wein. Die Wohnräume seiner Londoner Residenz werden mit Holzschnitzeln geheizt und für die Toilettenspülung wird Regenwasser genutzt. Den Strom generiert eine Solaranlage. Jetzt hat Prinz Charles auf der Ideal Home Show, die vom 11. bis 27. März in London stattfindet, ein umweltfreundliches Öko-Haus vorgestellt, das von seiner Prince’s Foundation for the Built Enviroment entwickelt wurde und komplett ohne High-Tech-Gadgets auskommt.
Die Wände des Hauses bestehen aus natürlichen Tonziegeln mit Lufteinschlüssen, die im Winter für Wärme und im Sommer für Kühlung sorgen und so die Heizkosten erheblich senken sollen. Das Dach und die Böden wurden mit einer Kombination aus Schafswolle und Hanf gedämmt. Auch Fenster und Türen lassen durch ihre Dreifachverglasung keinen Wärmeverlust zu. Durch die Kombination der verschiedenen Techniken entsteht eine hocheffiziente Hülle, die sicherstellt, dass die Innentemperatur nie unter 17°C sinkt. Laut den Designern benötigt man praktisch keine Gas- oder Elektroheizung. Um die kalten Tage im Winter zu überbrücken, reiche ein kleiner Holzkamin.
Prinz Charles Öko-Konzept beschränkt sich aber nicht nur auf die Baumaterialien, sondern setzt sich auch bei der Einrichtung fort. So wurde der Bodenbelag des Öko-Hauses aus recycelten Schläuchen der Londoner Feuerwehr hergestellt. Viele der eingesetzten Möbel stammen aus Haushaltsauflösungen und von Flohmärkten und wurden lediglich aufgearbeitet. Die Stoffe, die zu Tischdecken, Teppichen und Vorhängen verarbeitet wurden, bestehen aus recycelter Baumwolle. Sämtliche Farben, die am und in Prinz Charles Öko-Haus zum Einsatz kommen, basieren auf Wasser und verströmen keine gesundheitsschädlichen Gase. Das gilt auch für alle anderen eingesetzten Stoffe.
Das auf der Messe gezeigte Haus wurde parallel als echtes Testobjekt im britischen Watford gebaut. “Ich dachte mir, warum nicht Häuser bauen, die gar keine oder nur sehr wenig Energie von außen verbrauchen?”, sagt Prinz Charles. “Der Schwerpunkt liegt auf natürlichen Materialien, die kaum Einfluss auf die Natur haben, gut zusammenarbeiten und in diesem Land produziert werden können.” (ok)





