Fukushima: Trinkwasser und Lebensmittel weisen Radioaktivität auf
Während Behörden, Feuerwehr und der Betreiber des japanischen Unglücks-Atomkraftwerks Fukushima 1 gegen die drohende Atomkatastrophe kämpfen, wurden in der Umgebung radioaktiv verseuchte Lebensmittel entdeckt. Wie nun das örtliche Gesundheitsministerium mitgeteilt hat, sind die Strahlenwerte für Spinat und Milch aus der Region über den zulässigen Grenzwerten. Auch wenn der Regierung zufolge hierdurch keine akute Gesundheitsgefährdung zu erwarten sei, wurde der Verkauf von Lebensmitteln aus Fukushima und der Umgebung vorsorglich ab sofort für das ganze Land verboten.
Die Behörden rufen die Bevölkerung zur Besonnenheit auf und erklären, dass die Strahlendosis in den Lebensmitteln so gering sei, dass jemand, der ein Jahr lang diese Lebensmittel verzehren würde, eine Strahlendosis wie bei einer Röntgenuntersuchung erleiden würde. Gleichzeitig soll untersucht werden, wohin die betroffenen Lebensmittel bislang geliefert worden seien. Am Samstag entschuldigte sich die Betreiberfirma Tepco bei der Bevölkerung für die erhöhten Strahlenwerte bei Lebensmitteln.
Auch das Trinkwasser soll in Fukushima und fünf weiteren Präfekturen (Gunma, Tochigi, Saitama, Chiba und Niigata) radioaktiv verseucht sein, es kann den Behörden zufolge nicht mehr ohne Bedenken getrunken werden. Auch in der Hauptstadt Tokio wurden im Trinkwasser geringe Mengen radioaktiven Jods nachgewiesen. Laut einer Mitteilung der Behörden liegen die gemessenen Werte im Augenblick noch unterhalb der gesetzlich zulässigen Grenzwerte.
Inzwischen sind auch außerhalb Japans die ersten radioaktiv verseuchten Lebensmittel aufgetaucht. So wurden in Taiwan in weißen Bohnen aus Japan erhöhte Strahlenwerte gemessen. Verbraucher in Deutschland müssen sich jedoch weiterhin keine Sorgen über verseuchte Nahrungsmittel-Importe aus Japan machen. Deutschland importiert keine der betroffenen Gemüse-Sorten aus Japan und zudem werden sämtliche Lieferungen aus Asien derzeit besonders genau kontrolliert, bestätigen Behörden und Umweltschutzverbände gleichermaßen. (mh)




