Winfried Kretschmann gegen Gas- und Kohlekraftwerke
Medienberichten zufolge will Winfried Kretschmann, Spitzenkandidat der Grünen in Baden-Württemberg, im Fall eines Sieges bei der Landtagswahl trotz eines möglicherweise zügigeren Atomausstiegs auch weiterhin Widerstand gegen Gas- und Kohlekraftwerke leisten. Man wolle “den Teufel ja nicht mit dem Beelzebub austreiben”, erklärte Kretschmann gegenüber dem Magazin “Focus”.
Kretschmann, der dafür plädiert, dass auch in der Wirtschaft zukünftig ein Großteil der benötigten Energie aus regenerativen Energiequellen stammen soll, betonte ein weiteres Mal die Bedeutung eines weiteren Ausbaus der Nutzung erneuerbarer Energien. So hingen beispielsweise auch die Arbeitsplätze in der Automobilindustrie davon ab, „dass unsere Wirtschaft in eine grüne Richtung geht”, denn gerade ein grünes Denken sichere die Zukunft des High-Tech-Standorts Deutschland, so der Grünen-Politiker. Er kündigte an, Voraussetzungen dafür schaffen zu wollen, mit denen ein schneller Ausstieg aus der Atomenergie gelingt, er will einen Masterplan für grüne Branchen vorlegen und die “Blockade der Windkraft” beenden.
Allerdings erntete Kretschmann auch Kritik für seine Haltung seitens des Umweltministeriums Baden-Württemberg. Ein Sprecher bezeichnete Kretschmanns Forderungen als realitätsfern. Derzeit steuere die Kernenergie in Baden-Württemberg noch 50 Prozent zur gesamten Stromerzeugung zu, wogegen der Anteil der Ökoenergie bundes- wie landesweit gerade einmal bei gut 15 Prozent liege.
Bei der kommenden Landtagswahl in Baden-Württemberg am nächsten Sonntag (27. März) könnte Kretschmann jüngsten Umfragen zufolge den amtierenden Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) ablösen. Während sich Kretschmann siegessicher gibt, betont der Bundestags- Fraktionschef der Grünen, Jürgen Trittin, dass die Landtagswahl in Baden-Württemberg eine besondere Bedeutung hat. Er sieht in einer Niederlage der schwarz-gelben Koalition in Baden-Württemberg den Anfang vom Ende der Kanzlerschaft von Angela Merkel.





