Atomkraft? Nein Danke! Bravo veröffentlicht Anti-Atomkraft-Poster

Seit 1956 erscheint die größte deutsche Jugendzeitschrift “Bravo” wöchentlich und liefert Informationen rund um Themen, die junge Menschen interessieren. Neben Beziehungs-Tipps für Pubertierende und Starschnitten von Popstars bietet die Zeitschrift vor allem Infos rund um das Thema Musik. Für ihre Berichterstattung zu politischen Themen war die “Bravo” in ihrer 55-jährigen Geschichte aber nicht bekannt. Das ändert sich nun zumindest teilweise mit der aktuellen Ausgabe der Jugendzeitschrift, die ab heute im Kiosk erhältlich ist.
Anstelle eines großformatigen Posters irgendeines Stars gibt es in dieser Woche das mittlerweile 36 Jahre alte Logo der Anti-Atomkraft-Bewegung zum an die Wand hängen. Es ist natürlich nicht so, dass sich die lachende Sonne urplötzlich zum Kult-Symbol unter den Jugendlichen entwickelt hat und aus diesem Grund als Poster in der “Bravo” zu finden ist. Den Anlass dazu gab vielmehr der schwere AKW-Unfall im japanischen Fukushima und die daraus entstandene Atom-Diskussion in Deutschland.
Laut einer Mitteilung des Bauer Verlags haben sich in den vergangenen zwei Wochen zahlreiche Jugendliche mit ihren Ängsten und Sorgen rund um das Thema Atomkraft an die Redaktion der Zeitschrift gewandt, was schließlich bei den Redakteuren zu dem Entschluss führte, erstmals in der Geschichte der “Bravo” eines der Bravo-Poster einem politischen Thema, in diesem Fall der Anti-Atomkraft-Bewegung, zu widmen.
“Die Ereignisse in Japan haben eine Diskussion über Atomkraft in Deutschland angestoßen, die unsere Leser berührt und ganz unmittelbar betrifft”, so Philipp Jessen, Chefredakteur der “Bravo”. “Unsere Leser sind die Generation, die mit den Folgen unserer heutigen politischen Entscheidung Pro oder Contra Atomkraft leben müssen. Mit dem Poster sprechen wir unseren Lesern aus dem Herzen.” Das erste politische Poster ist es streng genommen nicht: Bereits im Jahr 2008 schaffte es Barack Obama kurz nach seiner Wahl zum US-Präsident in die “Bravo”. Ob das Poster mit der Aufschrift “Atomkraft? Nein Danke!” tatsächlich in vielen deutschen Jugendzimmer landen wird, bleibt abzuwarten. (ok)




