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Studie: Deutsche Kitas stark mit Weichmachern belastet

Studie: Deutsche Kitas stark mit Weichmachern belastet
Eine Untersuchung des BUND hat ergeben, dass viele deutsche Kitas zum Teil sehr stark mit schädlichen Weichmachern belastet sind. (Foto: © Frey / Pixelio)

Einer vom Bund für Umwelt und Natur (BUND) durchgeführten Untersuchung zufolge sind viele deutsche Kitas sehr stark mit Weichmachern belastet. Die im Rahmen der Studie gemessenen Werte lagen durchschnittlich um das Dreifache über denen normaler Haushalte. Nach Angaben der Chemieexpertin Sarah Häuser kann für Kleinkinder schon der Aufenthalt in den belasteten Räumen einiger Einrichtungen ihre Gesundheit massiv gefährden. Deshalb fordert der BUND von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) ein Verbot dieser Substanzen im Umfeld von Kindern.

Zu der bereits im Sommer 2010 vom BUND ins Leben gerufenen Aktion „Kitas unter der Lupe – Zukunft ohne Gift“ hatten 60 Kitas aus ganz Deutschland freiwillig Staubproben eingesandt und ließen diese von Chemieexperten untersuchen. Das Ergebnis war nach Angaben von Chemieexpertin Häuser „schockierend“: Viele der Kitaproben waren überdurchschnittlich hoch mit gesundheitsschädlichen Weichmachern, sogenannten Phthalaten, belastet, teilte der Umweltverband in Berlin mit. Überrascht von dem Ergebnis waren die Tester aber nicht, denn mittlerweile begegnen uns diese Stoffe überall in der Umwelt. Sie kommen den Experten zufolge vor allem in Einrichtungsgegenständen wie Vinyltapeten, Matratzenschonbezüge, Turnmatten, Hüpfbällen und Bodenbelägen, in denen Weich-PVC verarbeitet wird, vor.

Während mittlerweile ein Verbot für den Einsatz diverser Weichmacher in Spielzeugen existiert, ist die Verwendung in anderen Produkten jedoch weiterhin erlaubt, kritisierte der BUND und forderte deshalb ein Verbot der Schadstoffe. Die schädlichen Weichmacher können vor allem auf das Hormonsystem der Kinder einwirken. Sie stehen im Verdacht, bei den Jungen die Fortpflanzungsorgane zu schädigen und bei den Mädchen Auslöser zu einer verfrühten Pubertät zu sein. Das Weichmacher-Phtalat DEHP, das neben dem Weichmacher DINP in einigen Kita-Staubproben in besonders hoher Belastung nachgewiesen werden konnte, wurde von der EU bereits offiziell als fortpflanzungsschädigend eingestuft.

Um die Belastung so weit wie möglich zu minimieren und die Gesundheit der Kinder zu schützen, empfehlen die Experten des BUND deshalb, auf Produkte aus Weich-PVC zu verzichten und stattdessen Produkte aus Naturkautschuk, Holz, Linoleum oder Kork auszuweichen. (sk)