Umfrage: Deutsche würden für atomfreien Strom 15 Euro mehr bezahlen
Die dramatischen Ereignisse in Japan haben dazu geführt, dass immer mehr Verbraucher die Nutzung der Kernenergie infrage stellen und ernsthaft überlegen, ihren eigenen Strombedarf in Zukunft ausschließlich mit Ökostrom zu decken und dem Atomstrom endgültig eine Absage zu erteilen. Seit dem AKW-Unfall in Fukushima sind die Anfragen bei den deutschen Ökostrom-Anbietern deutlich angestiegen. Genaue Zahlen liegen aber noch nicht vor. Experten befürchten, dass ein schneller Atomausstieg in Deutschland die Strompreise in die Höhe treiben könnte. Erste Umfragen haben jedoch gezeigt, dass der Großteil der Deutschen bereit wäre, für atomfreien Strom mehr zu bezahlen.
Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des RTL-Mittagsjournals “Punkt 12″ ergab in der vergangenen Woche, dass nahezu die Hälfte der Bundesbürger bereit wäre, für kernenergiefreien Strom das Doppelte zu zahlen. Rund 48 Prozent der Befragten wären dazu aber nicht bereit. Dies gilt laut RTL vor allem für die Arbeiter (72 Prozent), die Befragten mit Hauptschulabschluss (57 Prozent) sowie die Anhänger der Union (59 Prozent). Für die Umfrage hat Forsa 1.001 Bundesbürger befragt.
Ein ähnliches Bild zeigt nun eine Umfrage von Emnid für “Bild am Sonntag”. Laut der Umfrage wären 58 Prozent der Deutschen bereit, finanzielle Einbußen für atomfreien Strom hinzunehmen. Im Schnitt wären sie dazu bereit, pro Monat 15 Euro mehr dafür zu zahlen. 31 Prozent der Befragten wären bereit, 1 bis 10 Euro pro Monat mehr auszugeben. 10 Prozent würden 11 bis 20 Euro Mehrkosten akzeptieren. Sieben Prozent würden sogar bis zu 30 Euro pro Monat mehr für automfreien Strom bezahlen. Zwar befürchten 72 Prozent der Deutschen, dass ein schneller Ausstieg aus der Atomenergie mit wirtschaftlichen Schäden verbunden wäre, 73 Prozent sprechen sich aber trotzdem für einen schnellen Ausstieg auf der Kernenergie aus.
Der Wechsel zu Ökostrom muss für Kunden gar nicht mit höheren Kosten verbunden sein. Die Preisunterschiede zwischen Ökotarifen und dem Graustrom sind nur noch sehr gering. Einige Ökotarife sind sogar bereits erheblich günstiger als die Graustrom-Tarife der lokalen Grundversorger. Wer sich dazu entschlossen hat, seine Stromversorgung auf Ökostrom umzustellen, kann dies heute in einigen wenigen Schritten tun. Bei der Wahl des Anbieters sollten jedoch einige Punkte beachtet werden, damit man nicht ungewollt doch wieder in die “Atomstrom-Falle” tritt und unter dem Ökostrom-Deckmantel eine Energie unterstützt, der man eine endgültige Absage erteilen wollte. Einige hilfreiche Tipps für die Suche nach Ökostrom-Anbietern haben wir hier für Sie veröffentlicht. (ok)




