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Ölteppich im Südatlantik bedroht sehr seltene Pinguin-Art

Ölteppich im Südatlantik bedroht sehr seltene Pinguin-Art
Ein Tankerunglück im Südatlantik bedroht den ohnehin schon sehr kleinen Bestand der Nördlichen Felsenpinguine. (Foto: © Ben Tubby)

Nachdem der in Malta registrierte Tanker „Oliva“ in der vergangenen Woche in der Nähe der Inselgruppe Tristan da Cunha auf Grund gelaufen und dabei komplett auseinandergebrochen war, bedrohen die rund 1500 Tonnen ausgelaufenes Öl jetzt Tausende, sehr seltene Pinguine, die im Südatlantik leben. Das berichtet die britische Vogelschutzorganisation Royal Society for the Protection of Birds (RSPB). Die bevölkerungsarme Inselgruppe gehört zum britischen Überseegebiet und liegt 3000 Kilometer vom südafrikanischen Festland entfernt. Hier leben etwa 200.000 Exemplare der Nördlichen Felsenpinguine, was etwa der Hälfte aller noch lebenden Tiere dieser Art entspricht. Die andere Hälfte lebt auf der Vulkaninsel Gough Island. Die Spezies gilt als gefährdet, da ihr Bestand in den letzten 60 Jahren um bis zu 90% zurückgegangen ist.

Der RSPB zufolge sind bereits Hunderte der Tiere ölverschmiert an Land nachdem sich rund um die Insel Nightingale Island ein Ölteppich gebildet hatte. Manche Medien berichten, dass mittlerweile 20.000 ölverschmierte Pinguine gesichtet worden sind. Etwa 500 Pinguine wurden inzwischen in eine Tierstation auf die Hauptinsel gebracht, wo sie von dem schmierigen Öl befreit werden sollen. Ein Seevogel-Experte soll nun den Schaden an dem Bestand begutachten. Außerdem soll ein Team zur Reinigung der Pinguine auf die Insel geschickt werden.

RSPB-Biologe Richard Cuthbert sorgt sich jedoch nicht nur um die seltenen Pinguine, sondern auch um die übrige Tierwelt von Nightingale. So gefährde die Katastrophe auch die Hummerfischerei rund um die Insel, die zu den wenigen Einnahmequellen der nur 284 Einwohner zählt.

Darüber hinaus hat Cuthbert Angst davor, dass sich auf dem 225 Meter Tanker, der neben 1650 Tonnen Öl auch 66.000 Tonnen Sojabohnen geladen hatte, Ratten befunden haben, die nun auf die Insel gelangen könnten. Bislang gab es auf der Insel keine Ratten und sollte es den Tieren tatsächlich gelingen, die Insel zu erreichen, ist die heimische Seevögel-Population einer großen Gefahr ausgesetzt. Die Eier und Jungtiere von Millionen Seevögel könnten dem Hunger der Ratten zum Opfer fallen. Wenn sich die Ratten auf der Insel ausbreiten, “wären die Auswirkungen verheerend“, warnt Cuthbert. Die Bedrohung der Tierwelt sei ein “Rennen gegen die Zeit”. (sk)