Startup Wysips integriert Solarzellen in Smartphone-Displays

Das Angebot an rein solarbetriebenen Handys und Smartphones ist noch sehr überschaubar. Seit einiger Zeit hat Samsung das Smartphone-Modell Blue Earth und das Handy Crest Solar auf dem Markt. Bei dem Crest Solar handelt es sich allerdings um ein reines Gebrauchshandy, das besonders in Entwicklungsländern, in denen keine permanente Versorgung mit Strom verfügbar ist, zum Einsatz kommen soll. Eines haben die alle Modelle gemein: die für die Stromversorgung benötigten Solarzellen befinden sich auf der Rückseite der mobilen Geräte. So ist der Nutzer gezwungen, das Handy zum Aufladen mit dem Display nach unten auf den Tisch zu legen. Sonneneinstrahlung, die auf das Display trifft, wird jedoch nicht in Strom umgewandelt.
Das französische Startup Wysips hat nun einen Smartphone-Prototyp entwickelt, bei dem ein etwa ein Millimeter dünner, transparenter Photovoltaik-Film zum Einsatz kommt, der direkt ins Display integriert wird. Bei den kapazitiven Smartphone-Touchscreens könnte der Film mit den Solarzellen unter der berührungsempfindlichen Oberfläche liegen, wodurch es praktisch keine Einschränkung in der Bedienbarkeit des Geräts gäbe. Die Bildqualität des Displays soll den Angaben von Wysips zufolge nur minimal beeinträchtigt werden. So ist das Bild noch ein wenig dunkler als bei herkömmlichen Smartphones, was sich laut Waysips aber noch ändern soll. Bis zur funktionsfähigen Version, die Wysips gerade auf der CTIA in Kalifornien zeigt, waren drei Prototyp-Generation nötigt.
Ein voll marktfähiges Gerät kann man allerdings noch nicht vorweisen. Stattdessen zeigt man die patentierte Technologie anhand einiger demontierter Smartphones wie dem iPhone 3G oder iPhone 4. Die Stromausbeute liegt unter dem künstlichen Licht der Messehallen bei etwa 1,2 bis 2,5 Volt. Um ein Smartphone ausschließlich mit kostenloser und umweltfreundlicher Solarenergie zu versorgen, reicht die Leistung der Solarzellen-Folie aber noch nicht aus, was vor allem an der noch sehr niedrigen Effizienz liegt. Laut Wysips liegt diese momentan bei gerade mal 9 Prozent. Zum Vergleich: Einige Hochleistungs-Solarzellen erreichen mittlerweile eine Effizienz von etwa 40 Prozent. Outdoor würde eine volle Aufladung des Smartphone-Akkus bei direkter Sonneneinstrahlung rund sechs Stunden benötigen. Die zweite, leistungsfähigere Generation soll im nächsten Jahr vorgestellt werden und deutlich effizienter sein.
Wysips hofft, die Technologie innerhalb der nächsten 12 Monate in ersten Smartphones, e-Books und Tablets anbieten zu können. Noch verhandelt man mit mehreren Unternehmen. In dem Video unterhalb dieser Zeilen, das direkt von der CTIA stammt, wird die Technologie demonstriert.




