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Solarball soll verschmutztes Wasser in Trinkwasser verwandeln

Solarball soll verschmutztes Wasser in Trinkwasser verwandeln
Der australische Industrie-Designer Jonathan Liow hat den Solarball entwickelt, der in Entwicklungsländern sauberes Trinkwasser erzeugen soll. (Foto: © Liow)

Rund 900 Millionen Menschen auf der Erde haben keinen Zugang zu Trinkwasser. Pro Jahr sterben etwa zwei Millionen Kinder an Ursachen, die oft auf den Konsum von verunreinigtem Wasser zurückzuführen sind. In der Vergangenheit wurden viele verschiedene Gerätschaften entwickelt, mit denen sich das verschmutzte Wasser in lebenswichtiges, trinkbares Wasser umwandeln lässt. Allerdings setzen einige Geräte die Verfügbarkeit von Elektrizität voraus, was ebenfalls nicht überall der Fall ist. Designer Jonathan Liow von der Monash Universität in Australien hat nach einer Reise nach Kambodscha im Jahr 2008 an einer möglichen Lösung gearbeitet. Mit dem Solarball hat er nun einen Ansatz vorgestellt.

Der zur Hälfte durchsichtige Solarball erinnert auf den ersten Blick an einen Hamsterball, produziert aber mit Hilfe der Sonneneinstrahlung bis zu drei Liter Trinkwasser pro Tag. In Regionen, in denen den Einwohnern nur verschmutztes Wasser zur Verfügung steht, kann dieses einfach in den Solarball gefüllt werden. Der gefüllte Solarball wird dann an einer Stelle mit direkter Sonneneinstrahlung platziert. Im Verlauf des Tages verdampft das dreckige Wasser und wird dabei von Schmutz und anderen gesundheitsschädlichen Stoffen getrennt. Am Ende des Vorgangs befindet sich nur noch das kondensierte, saubere Wasser im Tank des Solarball und kann zum Trinken oder Kochen genutzt werden.

Aber das Konzept ist noch nicht perfekt. Aktuell kann ein Solarball nur 3 Liter sauberes Wasser pro Tag produzieren, was kaum für eine Person ausreicht. So müsste eine Person gleich mehrere Solarballs besitzen, für ein ganzes Dorf wären Hunderte nötig. Laut Liow wird der Solarball aus Plastik hergestellt, das sich zu 100 Prozent recyceln lässt. Dieses muss allerdings äußerst robust sein, da es täglich der Sonneneinstrahlung und somit hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Wie lange ein Solarball hält, bis er gegen einen neuen ersetzt werden muss, ist noch unbekannt.

Der Solarball ist Finalist bei den Australian Design Awards 2011 und hat gute Chancen auf den Sieg. Er wird außerdem auf der Milan International Design Fair (Salone Internazionale del Mobile) im April 2011 zu sehen sein. Wie es mit dem Projekt weitergehen soll und ob eine Produktion des Solarballs geplant ist, ist leider noch nicht bekannt.