Verschärfte Kontrollen für Lebensmittel aus Japan
Deutschland hat die Kontrollen für japanische Lebensmittel verschärft. Wie Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) am Freitag in Berlin mitteilte, dürfen Produkte aus den betroffenen Regionen nur eingeführt werden, wenn sie zuvor schon in Japan überprüft und zertifiziert wurden. Somit soll schon vor der Verladung der Waren sichergestellt werden, dass die Lebensmittel keine erhöhte Strahlenbelastung aufweisen. Dies muss durch ein entsprechendes Gesundheitszertifikat nachgewiesen werden. Darüber hinaus sollen auch hierzulande zusätzliche Überprüfungen stattfinden, die an einem Teil der Importe (vorwiegend Fisch und Fischerzeugnisse) durchgeführt werden.
Laut Aigner erfolgt die Maßnahme als Umsetzung eines EU-Beschlusses, in dem eine verstärkte Kontrolle von Lebens- und Futtermittel aus Japan empfohlen wird. Am Wochenende soll eine detaillierte EU-Verordnung zu diesem Thema in Kraft treten, nach der alle Lebensmittel aus Japan zwangskontrolliert werden. Bis auf weiteres dürfen Lebensmittel aus Japan nur über wenige Kontrollstellen in die EU importiert werden und die Lieferungen müssen spätestens zwei Tage vor ihrer Ankunft an den EU-Außenkontrollstellen angemeldet werden. Die verschärften Kontrollen gelten für Produkte aus 12 japanischen Präfekturen, die nach dem 11. März hergestellt wurden. Außerdem soll ein Teil der Produkte, die aus den anderen 35 Präfekturen Japans stammen, kontrolliert werden.
Aigner betont, dass es im Augenblick in Deutschland keine akute Gefahr durch verstrahlte Lebensmittel gibt, bislang hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit keine verstrahlten Waren registriert. Außerdem gebe es auch keine Anhaltspunkte für Lebensmittel, die aus der Krisenregion nach Deutschland eingeführt wurden.
Nach Deutschland werden nur wenige Lebensmittel aus Japan importiert. Der Anteil der importierten Waren aus Japan beträgt durchschnittlich 0,1%. Hierbei handelt es sich vor allem um Spezialitäten wie Fisch, Algen und grüner Tee. Ministeriumsangaben zufolge ist der Handel mit Japan seit dem Erdbeben fast vollständig zum Erliegen gekommen. (mh)




