250.000 Menschen: Anti-Atom-Demonstrationen ein voller Erfolg

In vier deutschen Städten fanden heute Großdemonstrationen gegen Atomkraft und für eine rasche Energiewende statt. Unter dem Motto “Fukushima mahnt: Alle AKWs abschalten” gingen nach aktuellen Zählungen alleine in der Hauptstadt bis zu 120.000 Menschen auf die Straßen. Wie die Umweltorganisation Greenpeace berichtet, war die Hamburger Innenstadt, in der 50.000 Demonstranten auf die Straßen gingen, komplett dicht. Ähnlich sah die Situation in den anderen drei Städten aus: Tausende Menschen aller Altersgruppen demonstrierten friedlich, aber mit Nachdruck gegen die Kernenergie. In Berlin und vielen anderen deutschen Städten finden heute zudem Kundgebungen zur Earth Hour, die in diesem Jahr auch zur Energiewende aufruft, statt.
250.000 Menschen, eine beeindruckende Zahl, forderte heute von Bundeskanzlerin Angela Merkel einen zügigen Atomausstieg. In Berlin demonstrierten bis zu 120.000 Menschen, in Köln waren es 40.000, in München drängten sich trotz Regenschauern 40.000 Menschen auf die Straßen und in Hamburg schlossen sich den Protesten 50.000 Menschen an. “Dies sind die bisher größten Anti-Atom-Proteste in Deutschland. Die Antwort der Bundesregierung muss jetzt das Abschalten der AKW sein”, erklärten die Veranstalter. Um 14.15 Uhr gedachten die Demonstranten mit einer Schweigeminute der Opfern von Erdbeben und Tsunami in Japan. Zu den Demonstrationen unter dem Motto “Fukushima mahnt – alle AKWs abschalten” hatte ein breites Bündnis von Anti-Atom- Initiativen, Umweltverbänden, globalisierungskritischen und friedenspolitischen Organisationen aufgerufen.
Kanzlerin Merkel wurde von mehreren Rednern eine “unverantwortliche Verzögerungs- und Verschleierungspolitik” vorgeworfen. Mit ihrem drei- monatigen Moratorium für die Laufzeitverlängerung sowie mit den von ihr eingesetzten Kommissionen weiche sie der nach dem verheerenden AKW-Unfall im japanischen Fukushima nötigen Entscheidung zum sofortigen Atomausstieg aus. 250.000 Menschen, die bundesweit auf die Straße gegangen seien, erwarteten von der Bundesregierung, ohne Wenn und Aber alle Atomkraftwerke sofort vom Netz zu nehmen und die Energiewende energisch voranzutreiben. Fukushima habe allen deutlich gezeigt, dass die Atomkraft unbeherrschbar und gefährlich sei. Deshalb wachse die Empörung über den gegenwärtigen Zick-Zack-Kurs der Bundesregierung beim Thema Atomenergie.
Die Veranstalter haben bereits angekündigt, ihre Proteste fortsetzen zu wollen, wenn sich herausstellen sollte, dass das Moratorium nur Wahl- kampftaktik war. “Wir werden nicht tatenlos zusehen, dass nach Ende des Moratoriums jetzt abgeschaltete AKW wieder ans Netz gehen.” (ok)





