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Heftige Kritik an E10-Versicherung für Shell-Kunden

Heftige Kritik an E10-Versicherung für Shell-Kunden
Die zur Beruhigung der Autofahrer von Shell angebotene Versicherung gegen Folgeschäden durch E10 stößt auf heftige Kritik. (Foto: © Jeger / Pixelio)

Trotz eines Sondergipfels, vieler guter Vorsätze und Maßnahmen zur besseren Informationspolitik sind die Verbraucher hinsichtlich des vor Wochen eingeführten Biosprits E10 weiter sehr skeptisch. Die Verunsicherung ist nach wie vor an den Tankstellen zu spüren, die auf ihrem E10 sitzen bleiben und stattdessen die große Nachfrage nach herkömmlichem Benzin erfüllen müssen. Nun ist Shell selbst aktiv geworden, um die Verunsicherung der Verbraucher und ihre Angst vor den angeblich möglichen Folgeschäden durch das Tanken von E10 zu reduzieren und bietet seinen Kunden eine kostenlose E10-Versicherung an. Genauer gesagt: Die Deutsche Familienversicherung AG (DFV) bietet diese Versicherung den Shell-Kunden an.

Kostenloser Versicherungsschutz für 18 Monate

Die Versicherung soll vor unerwünschten Schäden, die durch E10 entstanden sind, schützen und funktioniert so: Wer mindestens 30 Liter Shell FuelSave Super E10 tankt, kann sich über die Website von Shell bei der DFV online registrieren und dort seinen freien Versicherungsschutz aktivieren, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Sollte es dann an dem versicherten Fahrzeug zu einem Schaden kommen, der eindeutig darauf zurückzuführen ist, dass E10 getankt wurde, übernimmt die DFV die Schadenregulierung schnell, erklärt Shell in einer Pressemitteilung. Die Versicherung hat eine Laufzeit von 18 Monate und kann nur in Anspruch genommen werden, wenn der Hersteller für das betroffene Fahrzeug eine Unbedenklichkeitserklärung über die E10-Verträglichkeit abgegeben hatte und die Erstzulassung des Autos nach 1996 stattfand.

Heftige Kritik von Umweltverbänden und dem ADAC

Für diese Idee erntete Shell umgehend heftige Kritik von verschiedenen Seiten. So bezeichnete der ADAC die Versicherung als Marketing-Gag, da der Versicherungsschutz nur dann gilt, wenn der Autofahrer zu 80% bei Shell tankt und dies auch durch Tankquittungen belegen kann. Das sei jedoch fast unmöglich und deshalb grenze dieses Angebot von Shell an Betrug, erklärt Hans-Udo Weiland, Landesvorsitzender des BUND in Sachsen. Im Zweifelsfall erkennt die Versicherung die Nachweise nicht an und verweigert die Zahlung, warnt er. Weiland kritisiert auch die kurze Laufzeit von 18 Monaten, da davon auszugehen ist, dass eventuelle Folgeschäden erst nach diesem Zeitraum auftreten. Das Procedere im Schadensfall ist ebenso komplex wie unsicher und für den Verbraucher nicht vorhersehbar. Für Weiland wird dem Verbraucher mit dieser E10- Versicherung “eine trügerische Sicherheit vorgegaukelt”.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) bewertet das Angebot von Shell ähnlich. vzbv-Vorstand Gerd Billen hält die Einführung einer E10-Versicherung für widersinnig und glaubt, dass die Verbraucher hierdurch noch mehr verunsichert werden. Welcher Autofahrer tanke schon gerne Sprit, für dessen mögliche Folgeschäden eine Versicherung abgeschlossen werden muss, fragt Billen, der erneut darauf hinweist, dass nur eine rechtsverbindliche Garantieerklärung von den Herstellern tatsächlich Sicherheit bringt. Selbst für die Versicherung müsse ja eine “Unbedenklichkeitserklärung” des Herstelles vorliegen, damit sie überhaupt greift. Der Wirbel um E10 geht also weiter. (mh)