Elektroauto-Hersteller Tesla Motors verklagt TV-Sendung Top Gear

Der amerikanische Elektroauto-Pionier Tesla Motors hat den britischen Sender BBC verklagt. Auslöser ist die rund um den Globus bei Autofans beliebte Show “Top Gear”, in der die Moderatoren im Rahmen eines Tests über den Stromer Tesla Roadster berichtet haben sollen. Tesla wirft den Verantwortlichen der Show unter anderem Diffamierung und böswillige Verleumdung vor. Nach Ansicht Teslas wurden während des Tests von dem Moderatoren-Team rund um Jeremy Clarkson Lügen und falsche Behauptungen zur Performance und der Zuverlässigkeit des Elektro-Sportwagens geäußert. Laut Tesla hat die BBC sämtliche Anfragen des Autoherstellers ignoriert, weshalb man sich nun dazu gezwungen sieht, rechtliche Schritte einzuleiten.
“Die Lügen werden ständig im TV wiederholt und das vor Hunderten Millionen Zuschauern der BBC-Sender und -Websites und anderen TV- Sendern, die das Programm lizensiert haben”, so ein Tesla-Sprecher. Tatsächlich hat “Top Gear” eine beeindruckende Reichweite von 350 Millionen Zuschauern pro Folge, nur fünf Millionen davon kommen aus Großbritannien. Die Folgen sind zudem weltweit auf DVD erhältlich und über Videoplattformen wie YouTube verfügbar. Das kalifornische Unternehmen ist nach eigenen Angaben permanent damit beschäftigt, die angeblich falschen Äußerungen in der TV-Sendung geradezurücken. “Viele von uns haben schon Sätze wie ‘Ich kenne das Auto, es hat bei Top Gear versagt.’ gehört. Auch wenn Clarkson nicht immer ganz ernst ist, werden seine Worte von den Fans für bare Münze genommen, nicht nur was den Roadster angeht, sondern Elektroautos allgemein.”
In der besagten Sendung zog Moderator Jeremy Clarkson ein - um es milde auszudrücken - vernichtendes Fazit. So sei die EV-Technologie einfach noch nicht alltagstauglich und die Fahrzeuge seien zudem überteuert. Auch die langen Ladezeiten hatte Clarkson auf dem Radar. So merkte er an, dass man mit einem Mini-Windrad im Garten 25 Tage benötigen würde, um den Tesla vollständig aufzuladen. Tesla geht es allerdings um die angeblich falschen Äußerungen. So sei der Akku des Tesla Roadster während der Fahrt plötzlich leer gewesen. Vier Mann hätten den Stromer zum Aufladen in den Top Gear Hangar schieben müssen. Die Reichweite des Roadsters liege außerdem nicht wie vom Hersteller angegeben bei 211 Meilen, sondern nur bei 55 Meilen. Ein Roadster soll während der Tests überhitzt haben und war danach unbrauchbar. Bei einem ersten Roadster sollen nach dem Aufladen die Bremsen defekt gewesen sein. Eine ausführliche Testfahrt sei dem Top Gear-Team durch die beiden Ausfälle nicht möglich gewesen.
Tesla Motors verlangt nun von der BBC, dass die Ausstrahlung der Sendung sofort gestoppt wird. Darüber hinaus verlangt man, dass das Team von Top Gear den Test wiederholt und die “wahren Ergebnisse” veröffentlicht. Ob das Team um Clarkson tatsächlich seine Meinung zum Tesla Roadster ändert, darf bezweifelt werden. Die Folge, um die es in dem Streit zwischen Tesla Motors und der BBC geht, können Sie sich unterhalb dieser Zeilen ansehen und sich selbst ein Urteil bilden. (ok)




