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Kondensstreifen von Flugzeugen beeinflussen Klima

Kondensstreifen von Flugzeugen beeinflussen Klima
Nach einer aktuellen Studie beeinflussen Kondensstreifen-Zirren von Flugzeugen das Klima deutlich stärker als gedacht. (Foto: © Grey59 / Pixelio)

Forschern zufolge sind die Auswirkungen von Kondensstreifen von Flugzeugen auf die Entwicklung des Klimas viel größer als bislang angenommen wurde. Dr. rer. nat. Ulrike Burkhardt und ihre Kollegen vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raum- fahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen haben die Auswirkungen der Kondensstreifen mit einem neuen Klimamodell berechnet. Sie kommen nun zu dem Schluss, dass die weißen Kondensstreifen heute in einem Jahr möglicherweise mehr zur Erwärmung der Erde beitragen als die gesamte Menge CO2, die seit Beginn der Luftfahrt von Flugzeugen in die Atmosphäre abgegeben wurde.

Kondensstreifen am Himmel verbrauchen die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit, wenn aus ihnen Wolken aus Eispartikel (sogenannte “Zirren”) entstehen. Durch diese wird die Wolken-Bedeckung des Himmels reduziert, was zu einer Verringerung der Infrarotausstrahlung der Erde und so zu einer Erwärmung des Klimas führt. Allerdings sind Kondensstreifen viel kurzlebiger als Treibhausgase, die einen ähnlichen Effekt auf die Erdwärme haben, betont Burkhardt. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Zeitschrift “Nature Climate Change” veröffentlicht.

Die Fläche der Zirren ist ca. neunmal größer als der sichtbare Kondensstreifen. Alle Kondensstreifen und Zirren über dem Himmel Europas zusammengenommen ergeben eine Fläche, die größer ist als die über Nordamerika. Das mag zunächst verwundern, da der Luftverkehr über Nordamerika vergleichsweise stärker ist. Jedoch gibt es mehrere Gründe für die größeren Zirren über Europa: Zum einen ist die Luft über dem europäischen Kontinent kälter, was eine Voraussetzung für die Bildung von Kondensstreifen ist. Zum anderen werden viele über dem Nordatlantik gebildeten Kondensstreifen nach Europa transportiert.

Zur Reduzierung der Kondensstreifen-Zirren können laut DLR verschiedene Ansätze verfolgt werden. Ein technischer Ansatz ist, dass der Ausstoß von Rußpartikeln und Wasserdampf reduziert wird, was z.B. durch veränderte Antriebssysteme in den Flugzeugen realisiert werden könnte. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Erforschung alternativer Treibstoffe. Auch die Flugführung kann den Strahlungshaushalt des Luftverkehrs beeinflussen, indem - wo möglich - bevorzugt trockene Gebiete durchflogen werden. Kondensstreifen-Zirren entstehen nämlich vorrangig in Gebieten, in denen viel Feuchtigkeit in der Atmosphäre ist. Allerdings sollte bei solchen Maßnahmen darauf geachtet werden, dass hierdurch nicht andere Emissionswerte erhöht werden.(mh)