Unfriend Coal: Greenpeace will Facebook ohne Kohlekraft

In einem Werbespot, der im US- Bundesstaat Kalifornien ausgestrahlt wurde, werben die Umweltschützer von Greenpeace für ein grüneres Facebook. Das soziale Netzwerk mit Hauptsitz im kalifornischen Palo Alto verfügt aktuell über rund 600 Millionen Nutzer weltweit und verfügt über entsprechend große Rechenzentren, um die Last der großen Besucherströme bewältigen zu können. Angeblich werden für den Betrieb von Facebook zwischen 30.000 und 60.000 Server benötigt. Greenpeace fordert mit der Kampagne “Unfriend Coal” (auf deutsch etwa “der Kohle die Freundhscaft kündigen”) von Facebook, die Rechenzentren auf grünen Strom umzustellen und somit eine Unmenge an CO2-Emissionen zu vermeiden.
Greenpeace will Facebook dazu bewegen, sich für die “Energierevolution” stark zu machen und selbst aktiv zu werden, z.B. indem die extrem stromhungrigen Rechenzentren von Facebook künftig nur noch mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Konkret fordert Greenpeace den US-Konzern dazu auf, bis spätestens zum Jahr 2021 keinen Strom mehr zu nutzen, der aus Kohlekraftwerken stammt. Facebook soll dies am internationalen “Earth Day” (22. April) offiziell bestätigen, so der Wunsch der Umweltschützer. Aktuell wird diese Forderung schon von 680.000 Menschen unterstützt. Facebook hat bislang noch keine Stellungnahme zu der Forderung der Umweltschützer veröffentlicht.
Greenpeace zufolge hat der Datenverkehr von Facebook schon heute einen Anteil von 9% am gesamten Datenverkehr in den USA. Um dem wachsenden Bedarf seiner Mitglieder nachzukommen, will Facebook in Oregon und North Carolina große neue Rechenzentren bauen, die Priorität liegt dabei allerdings auf Effizienz und nicht ausdrücklich auf regenerative Energiequellen. So bezieht auch das neue Rechenzentrum in Oregon Strom, der zu 67% aus Kohlekraftwerken stammt.
Umweltorganisationen schätzen den Energieverbrauch durch Internet und soziale Netzwerke wie Facebook als sehr hoch ein. Gleichzeitig ist damit aber auch das Einsparpotenzial sehr hoch. In der Studie “Make IT Green: Cloud Computing and its Contribution to Climate Change” hat Greenpeace ausgerechnet, dass Telekommunikationsnetze und Daten- zentren im Jahr 2020 - gegenwärtige Wachstumsraten vorausgesetzt - etwa 1.963 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom verbrauchen. Das entspricht in etwa dem derzeitigen Stromverbrauch von Deutschland, Frankreich, Brasilien und Kanada zusammen. (mh)




