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Gelb oder Orange? Diskussion um neue Wertstofftonne

Gelb oder Orange? Diskussion um neue Wertstofftonne
Die Bundesregierung will bis 2015 eine neue Wertstofftonne einführen, um Kunststoffe und Metalle besser zu recyceln. (Foto: © Rolf van Melis / Pixelio)

Deutschland ist reich an verschiedenen Mülltonnen: Da gibt es die schwarze für den Restmüll, die blaue für Papier, die in einigen Regionen grün ist, die gelbe für wiederverwertbare Materialien mit dem grünen Punkt, die mancherorts als Sack auftaucht und noch die braune für Biomüll, die alle Verbraucher mit Komposthaufen nicht benötigen. Diese etwas chaotisch anmutenden Mülltonnen-Verhältnisse könnten sich demnächst noch deutlich verschärfen, denn die Bundesregierung erwägt die Einführung einer sogenannten “Wertstofftonne“. Diese soll spätestens 2015 genutzt werden und dazu beitragen, dass mehr Müll, d.h. mehr Wertstoffe recycelt werden, um Rohstoffe einzusparen.

Nach einer Studie des Umweltbundesamtes könnten mit Hilfe der Wertstofftonne pro Einwohner bis zu 7 Kilogramm Abfälle zusätzlich recycelt werden. Doch was soll in die Wertstofftonne hinein? Zum einen jeglicher Verpackungsmüll mit dem “Grünen Punkt”, der bislang in die gelbe Tonne (oder den gelben Sack) geworfen wurde und außerdem noch sogenannte “stoffgleiche Nichtverpackungen”. Hierbei handelt es sich um Gegenstände, die aus den gleichen Materialien (Kunststoff oder Metall) bestehen wie der Verpackungsmüll mit dem “Grünen Punkt”, aber eben mit keinem “Grünen Punkt” gekennzeichnet sind. Beispiele hierfür sind Plastikprodukte, Pfannen, altes Spielzeug, usw. Noch ist unklar, ob auch alte Elektrogeräte wie Handys, Radios oder Computerzubehör, in der Wertstofftonne entsorgt werden dürfen. Bisher müssen diese in Wertstoffhöfen abgegeben werden, in der Praxis landen Schätzungen zufolge jedoch rund 60% dieser Gegenstände im Hausmüll und können somit nicht wiederverwertet werden.

Ebenfalls offen ist noch die Farbe der neuen Wertstofftonne und hinter dieser Frage steckt vielmehr als nur eine reine Farbgebung, sondern ein Milliardengeschäft. Recyclingexperten schlagen vor, die gelbe Tonne in die Wertstofftonne umzuwandeln, so dass prinzipiell alles so bleibt wie es ist und die Bürger nur die zusätzlichen Stoffe ebenfalls in diese Tonne entsorgen. Diesen Vorschlag lehnen die Kommunen jedoch strikt ab, sie plädieren dafür, eine orangefarbene Wertstofftonne einzuführen, für die die Städte die Verantwortung übernehmen (und die Gebühren erheben). Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat sich allerdings gegen eine “fünfte Mülltonne” ausgesprochen, weil dies die Verbraucher leicht überfordern könne. Umweltexpertin Monika Bünning unterstützt den Vorschlag, die gelbe Tonne weiterhin zu nutzen und zu erweitern, was nicht nur einfacher, sondern auch technisch machbar sei.

Ob und in welcher Form die Wertstofftonne kommt, ist bislang noch völlig unklar. Das Umweltbundesamt führt zur Zeit ein Planspiel durch, mit dem beide Varianten durchgespielt werden sollen. Erste Ergebnisse werden für den Sommer dieses Jahres erwartet, diese sollen dann die Grundlage für die Entscheidung bilden. (mh)