Mobilfunkanbieter E-Plus betreibt ersten Sendemast mit Ökostrom

Der Mobilfunkanbieter E-Plus hat in Zusammenarbeit mit Nokia Siemens Networks den ersten “grünen” Mobilfunk- Sendemast in Betrieb genommen, der nur mit Ökostrom betrieben wird. Mit dem Projekt will E-Plus demonstrieren, dass auch Netztechnik erneuerbare Energien nutzen und somit einen Beitrag zum Umweltschutz und der Klimabilanz leisten kann. Der klimaneutrale Sendemast ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie von E- Plus. Das Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2012 die Effizienz des eigenen Netzes um 5% und bis 2020 um 20% zu steigern. Im Laufe des Jahres sollen noch zwei weitere grüne Sendemasten in Betrieb genommen werden.
Der neue Sendemast steht im ostwestfälischen Versmold (Nordrhein- Westfalen) und arbeitet absolut klimaneutral. Dafür sorgt die integrierte Brennstoffzelle, die zusammen mit Windkraft und Photovoltaik eine Anbindung an das öffentliche Stromnetz überflüssig macht. Durch das innovative Konzept wird nicht nur der CO2-Ausstoß erheblich reduziert, sondern auch der Energiebedarf an das Netz deutlich verringert. So soll der neue Sendemast pro Tag nur 40 kWh Strom verbrauchen - ein herkömmlicher Sendemast benötigt etwa 120 kWh täglich.
Vor dem 40 Meter hohen Sendemast ist eine 50 m² große Photovoltaik- Anlage installiert, deren Solarzellen über ein integriertes Solar Tracking System dem Sonnenverlauf folgen können und sich so stets in optimale Position bringen. Die Windkraftanlage, die dank effektiver mechanischer Anpassungen optisch unauffälliger ist als herkömmliche Windturbinen, sorgt für zusätzliche Energie. Sollte die Energiegewinnung dieser beiden Anlagen nicht ausreichen (z.B. bei Windstille und bedecktem Himmel), springt die Brennstoffzelle ein, um die Energieunterversorgung sofort auszugleichen. Zunächst sendet der Mast nur auf GSM-Basis, da UMTS zusätzlichen Strom verbraucht. Sobald die ersten Erfahrungen mit dem System vorliegen, will man den Mast eventuell für UMTS nachrüsten.
Die Basis für das “grüne” System bildet der sogenannte “Green Energy Controller”. Hierbei handelt es sich um eine Fernüberwachung, die es ermöglicht, das Energiemanagement der Sendestation zu überwachen, neue Software zu installieren und das System durch E-Plus warten zu lassen und zwar all das aus der Ferne. Nur bei Hardware-Problemen müssen Techniker noch vor Ort nach dem Rechten sehen. Das System stammt von Nokia Siemens Networks. (mh)





