BDEW: Stromverbrauch in Deutschland steigt um 3,8 Prozent
Der Stromverbrauch in Deutschland ist auch im Jahr 2010 wieder angestiegen. Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) auf der am Montag gestarteten Hannover Messer mitgeteilt hat, stieg der Stromverbrauch in Deutschland im Jahr 2010 um 3,8 Prozent an. Dies führen die Experten vor allem auf die Konjunkturbelebung und den kalten Winter zurück. Nicht nur die Stromzähler drehten sich wieder schneller, auch beim Gasverbrauch legten die Deutschen zu.
Den Angaben des BDEW zufolge stieg der Gasverbrauch in Deutschland im Vergleich zu 2009 um 4,2 Prozent auf 942 Milliarden Kilowattstunden an. Damit wurde das Verbrauchsniveau von vor der Wirtschaftskrise leicht übertroffen. Beim Stromverbrauch verzeichnete der BDEW einen Anstieg um 3,8 Prozent auf 530 Milliarden Kilowattstunden. Damit wurde das Niveau von 2008 noch nicht erreicht. Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, erklärte zu Beginn der Messe, dass der Energiebedarf vor allem aufgrund der Konjunkturbelebung in der Industrie gestiegen ist. Außerdem kurbelte der extrem kalte Winter die Energienachfrage an. 2010 war das kälteste Jahr seit 1996.
Nach Angaben des BDEW bleibt die Industrie der größte Verbraucher von Strom und Erdgas. Der Anteil der Industrie am Nettostromverbrauch belief sich im Jahr 2010 auf rund 46 Prozent. In absoluten Zahlen stieg der industrielle Stromverbrauch im Jahr 2010 um 6,9 Prozent auf 243 Milliarden Kilowattstunden an. Darüber hinaus teilte der BDEW mit, dass die Strompreis in diesem Jahr wohl um 5,3 Prozent steigen werden. Den Berechnungen des BDEW zufolge wird ein durchschnittlicher Haushalt im Monat rund 72,77 Euro für Strom aufwenden müssen, was einem Plus von 3,67 Euro pro Monat im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Insgesamt wären damit die Strompreise seit Öffnung des Strommarktes im Jahr 2000 um 79 Prozent gestiegen. Damals musste ein vergleichbarer Haushalt mit Stromkosten von lediglich rund 40 Euro im Monat rechnen. Einen Hauptgrund für den Anstieg der Strompreise sieht der BDEW in der Förderung erneuerbarer Energien. Machte die EEG-Umlage im Jahr 2000 noch 38 Cent aus, sind es heute bereits 3 Euro, die von den meisten Energiekonzernen auch voll auf die Preise aufgeschlagen werden. (sk)




