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Bundenetzagentur: Keine Stromausfälle durch Atom-Moratorium

Bundenetzagentur: Keine Stromausfälle durch Atom-Moratorium
Laut dem Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, ist durch das AKW-Moratorium nicht mit Stromausfällen zu rechnen. (Foto: © Sturm / Pixelio)

Nachdem die sieben ältesten deutschen Atommeiler im Rahmen des dreimonatigen Moratoriums für Sicherheitschecks vom Netz genommen wurden, haben in den vergangenen Tagen gleich mehrere Energieversorger vor Engpässen in der Stromversorgung und großflächigen Stromausfällen gewarnt. Die Energie- Agentur (dena) teilte ebenfalls vor einigen Tagen mit, dass nach der Abschaltung der Alt-AKWs mit Stromausfällen zu rechnen sei. “Da gibt es nichts zu beschönigen. In Spitzenzeiten besteht die Gefahr regionaler Blackouts”, sagte Stephan Köhler, Geschäftsführer der dena. “Auf 75 Prozent der Kapazitäten aus Atomkraftwerken können wir nicht ohne Weiteres verzichten.”

Laut Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, besteht jedoch kein Grund zur Sorge. Im Gespräch mit der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” sagte Kurth, dass der Strombedarf in Deutschland auch nach der Abschaltung der Atommeiler mehr als gedeckt werden könne. In Europa gebe es den Netzbetreibern zufolge 19.000 Megawatt mehr Strom, als selbst in Spitzenzeiten nachgefragt werde. Selbst eine Verlängerung des Atom-Moratoriums würde nichts an der Situation ändern, so Kurth. Damit stellt sich die Bundesnetzagentur gegen die Aussagen einiger Energieversorger, die sogar bereits vor ersten großflächigen Stromausfällen in Süddeutschland gewarnt haben.

Fritz Varenholt, Chef von Innogy, einem Tochterunternehmen des RWE- Konzerns, sagte im Gespräch mit der “Welt”: “Seit der Abschaltung der sieben Kernkraftwerke durch das Moratorium der Bundesregierung hat sich das ohnehin chronische Erzeugungsdefizit im Süden verschärft. Verhindert wird ein Blackout zur Zeit dadurch, dass seit dem 17. März Tag für Tag ein starker Import aus Frankreich mit bis zu 3000 Megawatt und Tschechien mit bis zu 2000 Megawatt stattfindet. Die Leitungen von dort sind nunmehr bis zum Anschlag voll ausgelastet.”

Einen beschleunigten Ausbau der Stromnetze, wie er von Bundeswirt- schaftsminister Rainer Brüderle (FDP) angestrebt wird, begrüßt die Bundesnetzagentur. Mit dem Netzausbau soll mehr Kapazität für die Integration der erneuerbaren Energien geschaffen werden. Kurth wünscht sich außerdem einen Bundesnetzplan, mit dem der Ausbau der Netze bundesweit geregelt wird. Noch würden zu viele Grundsatz- debatten auf lokaler Ebene geführt, wo sie nicht hingehörten. (ok)