BMWi: Bis 2020 sind 40% erneuerbare Energien möglich
Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat schon im Februar 2011 eine Studie veröffentlicht, die sich mit dem Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland beschäftigt. Dies wurde jedoch erst vorgestern bekannt. Zwei unabhängige Beratungsinstitute haben die Studie “Voraussetzungen einer optimalen Integration erneuerbarer Energien in das Stromversorgungssystem” im Auftrag des BMWi durchgeführt. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass bis zum Jahr 2020 ein Ausbau der Erneuerbaren auf einen Anteil von 30% an der Bruttostrom- versorgung “ohne wesentliche Anpassungen der Rahmenbedingungen erfolgen kann”. Mit entsprechenden Rahmenbedingungen und weiteren technischen Entwicklungen seien sogar Anteile von bis zu 40% machbar.
Die Veröffentlichung der Studienergebnisse ist auffällig spät erfolgt, wofür Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) nun heftig kritisiert wird. So wirft ihm die Klima-Allianz vor, die Studie absichtlich zurückgehalten zu haben, vielleicht auch, weil die Ergebnisse mit den offiziellen Angaben des BMWi und der dena nicht übereinstimmen. Dies gelte insbesondere im Hinblick auf die Kosten, die für den Ausbau der erneuerbaren Energien anfallen und den Bedarf für den Netzausbau. Auch von den Grünen und dem Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) wurde die späte Veröffentlichung scharf kritisiert.
Die Kritiker vermuten, dass die Bundesregierung eine Veröffentlichung zurückgehalten hat, weil der Ausbau der erneuerbaren Energien laut der Studie wesentlich schneller und kostengünstiger zu realisieren ist, als es die Regierung immer behauptet hat. Besonders deutlich wird dies, wie auch von der Klima-Allianz kritisiert, beim Netzausbau: Während das BMWi und die dena erklären, dass ein Ausbau der erneuerbaren Energien auf 37% bis zum Jahr 2020 ca. 3700 Kilometer zusätzliche Stromtrassen bedürfen, kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass für einen 50%-igen Ökostrom-Anteil nur 1100 Kilometer zusätzlicher Netze benötigt werden.
Das BMWi weist die Vorwürfe jedoch zurück und erklärt, dass die Studie nach dem Abschluss der internen Auswertung auf der Internetseite des Ministeriums veröffentlicht worden sei. Anfang des Jahres geriet das BMWi wegen eines ähnlichen Falls in die Kritik. Damals wurde die “Leitstudie 2010” nur auf Druck der Grünen veröffentlicht. In der Leitstudie werden die Potenziale der Erneuerbaren ebenfalls viel höher eingeschätzt, als im Energiekonzept der Bundesregierung. (mh)





