Google: Die Clean-Energy-Investments des Online-Riesen

Wie in dieser Woche bekannt wurde, hat US-Suchmaschinenriese Google erstmals außerhalb der Heimat in ein Projekt zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien investiert. Gemeinsam mit der Hamburger Capital Stage AG haben die Amerikaner einen großen Solarpark in Brandenburg übernommen. Nach ersten Informationen beläuft sich die Investition des Suchmaschinenbetreibers auf 3,5 Millionen Euro. Der auf dem 47 Hektar großen Gelände eines ehemaligen Flugzeugwerks errichtete Solarpark liefert bereits Strom ins Netz. Das ist jedoch nicht das einzige Investment Googles in erneuerbare Energien. Insgesamt soll das Unternehmen bislang schon mehr als 100 Millionen US-Dollar in kleinere und größere Clean-Energy-Projekte gesteckt haben. Einige dieser Projekte möchten wir Ihnen hier kurz vorstellen.
Renewable Energy Cheaper Than Coal: Mit der Initiative “REC“, die Google unter seinem philanthropischen Arm Google.org gestartet hat, fördert das US-Unternehmen aktiv die Suche nach einer regenerativen Energiequelle, die Strom preiswerter als Kohlekraftwerke erzeugen kann. Ziel ist es, eine Energiequelle zu finden, die eine Kapazität von einem Gigawatt hat und damit eine große US-Metropole wie San Francisco oder Los Angeles dauerhaft mit umweltfreundlicher Energie versorgen kann. Dieses Ziel will Google.org innerhalb einiger Jahre, nicht Jahrzehnte erreichen. Um das Ziel zu erreichen, hat man rund 1 Million US-Dollar in Projekte der San Diego State University, Stanford University, Southern Methodist University und U.S. National Academy of Sciences gesteckt.
Solar: Neben dem Solar-Investment in Deutschland hat Google zuvor auch schon das Dach seiner Firmenzentrale in Mountain View (der sogenannte Googleplex) mit mehr als 9.000 Solar-Modulen bestückt. Zweitweise war die Anlage die größte private Installation in den USA. Etwa 30% des Strombedarfs des rund 50.000 m² großen Googleplex sollen über die Solaranlage gedeckt werden. Darüber hinaus wurden rund 10 Millionen US-Dollar in die Solar-Thermie-Startups eSolar und Brightsource Energy investiert. Im Bereich Geothermie wurden über Google.org zudem 4 Millionen US-Dollar in Potter Drilling, 6,25 Millionen Dollar in AltaRock Energy und rund 500.000 Dollar in das Geothermie- Forschungslabor der Southern Methodist University investiert.
Auch im Bereich Windenergie ist Google aktiv. Hier hat man mittlerweile 15 Millionen US-Dollar in das Startup Makani Power investiert, das einen Winddrachen entwickelt, der in Höhen von 5 bis 10 Kilometern starke Winde in umweltfreundlichen Strom umwandeln soll. Im Oktober 2010 folgte ein weiteres Millionen-Investment in das Offshore-Windkraft- Projekt “Atlantic Wind Connection”. Hier will Google ein 560 Kilometer langes Untersee-Stromkabel finanzieren, das Windkrafträder im Atlantik mit Haushalten an der Ostküste der USA verbindet. Über die erst kürzlich gegründete Google-Tochter Google Energy will der Konzern seinen CO2- Ausstoß auf Null reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, schloss man im vergangenen Jahr mit dem Windpark Story II in Iowa einen Vertrag über die Lieferung von 114 Megawatt Strom ab.
Um seine CO2-Emissionen noch weiter zu reduzieren, verzichtet Google auf Rasenmäher und setzt stattdessen auf eine große Ziegenherde, die regelmäßig die Wiesen am Googleplex stutzt. Darüber hinaus ist Google im Bereich Elektromobilität und Smart Metering aktiv und bietet in den USA unter dem Namen PowerMeter eine für Nutzer kostenlose Software zur Überwachung des eigenen Stromverbrauchs an.




