Größtes Solardach Deutschlands in Philippsburg eingeweiht
Im Logistikzentrum des Reifenherstellers Goodyear Dunlop in Philippsburg, das sich ganz in der Nähe des Atomkraftwerks Philippsburg befindet, wurde am Freitag dieser Woche die bislang größte Solar- Dachanlage Deutschlands offiziell in Betrieb genommen. Zwar erzeugt die Anlage schon seit Ende letzten Jahres Strom, wurde aber erst jetzt offiziell eingeweiht. An der Einweihung nahm auch der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech (CDU) teil.
Die Solar-Anlage hat eine Fläche von 87.500 Quadratmeter und ist mit über 95.000 Solarmodulen ausgestattet. Bei den Solarmodulen handelt es sich um Dünnschichtmodule des Herstellers Forst Solar. Mit einer Leistung von 7,4 Megawatt werden pro Jahr ca. 7,3 Millionen kWh Strom erzeugt, was etwa dem Jahresbedarf von 1800 Haushalten entspricht. Außerdem werden jährlich knapp 5000 Tonnen klimaschädliches CO2 eingespart. Die Anlage gehört zu den fünf größten Solar-Dachanlagen weltweit. Wie teuer die Anlage war, ist nicht bekannt.
Das Photovoltaik-Projekt wurde von der Firma PV julist und der Firma juwi, die auch als Betreiber der Anlage fungiert, gemeinsam realisiert. Für beide Unternehmen ist es das bislang größte realisierte Dachprojekt. Die Geschäftsführerin von PV julist, Juliane Lindner, erklärte im Rahmen der Einweihung, dass diese Anlage demonstriere, welche Möglichkeiten die Nutzung erneuerbarer Energien auf Dachflächen der Industrie zur Stromgewinnung bietet. Angesichts der Tatsache, dass die Mega-Anlage nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt von dem derzeit abgeschalteten AKW Philippsburg liegt, erklärt Lindner gegenüber dem SWR: “Selten findet man Zukunft und Vergangenheit so nah beieinander.”
Auch juwi-Vorstand Fred Jung ist davon überzeugt, dass Photovoltaik bei der Energiewende eine zentrale Rolle spielt, da sie genau dort Energie erzeugt, wo sie benötigt wird. Darüber hinaus bietet die Photovoltaik Unternehmen, die auf ihren Produktionsstätten, Bürogebäuden oder Hallen PV-Anlagen installieren, nicht nur einen Imagegewinn, sondern auch zusätzliche Einnahmen aus der Pacht oder Vergütung. Flächen, die sonst ungenutzt sind, können so effizient und wirtschaftlich genutzt werden, merkt Jung an. (mh)





