Godaddy-Chef jagt Elefanten: NameCheap fordert Kunden zum Wechsel auf

Bob Parsons ist Gründer und CEO von Godaddy, einem der größten Domain- Anbieter in den USA. Auf seinem privaten Video-Blog postet der Herr über Millionen von Domains gerne mal das eine oder andere private Video. So auch wieder in der vergangenen Woche. Diesmal sorgte das Video jedoch für einen Sturm der Entrüstung im Internet, denn in dem Video war Parsons zu sehen, wie er mitten in der Nacht gut getarnt in der Steppe von Labola, Simbabwe “Problem- Elefanten” erschießt. Nachdem die Tierschutzorganisation Peta sofort ihre gesamten Domains bei Godaddy abzog und Parsons eine Auszeichnung für den “schmutzigsten Firmenchef” verlieh, meldete sich dieser zu Wort und versuchte zu beschwichtigen.
“Sie sind komplett falsch informiert”, sagte Parsons. Es gebe viel zu viele Elefanten im südlichen Afrika und sie stellten eine akute Gefahr für die Bauern und Menschen dar, da sie in der Nacht alles kaputt trampelten. Parsons war nach eigenen Angaben bereits das zweite Mal in Simbabwe, um “Jagd auf Problemelefanten” zu machen. Stolz posiert er in dem Video mit dem Jagdgewehr im Anschlag vor dem am Boden liegenden grauen Riesen. Die Jagd sei “eines der lohnenswertesten Dinge, die man tun kann”. Doch Parsons liegt mit seiner Annahme, die Elefanten in Afrika seien nicht bedroht, nach Meinung mehrerer Tierschutzorganisationen völlig falsch: Laut dem World Wildlife Fund (WWF) und dem International Fund for Animal Welfare sind afrikanische Elefanten sehr wohl eine akut bedrohte Spezies, das belegten viele Untersuchungen.
Als Reaktion auf das von Parsons gepostete Video bot Konkurrent NameCheap den schockierten Godaddy-Kunden an, zum Sonderpreis mit ihren Domains umziehen zu können und 20 Prozent des Erlöses an die Tierschutzorganisation Save The Elephants zu überweisen. Die Aktion fand offenbar großen Zuspruch. Einer Mitteilung über Twitter zufolge konnte NameCheap schon mehr als 20.000 US-Dollar an Save The Elephants überweisen. Parsons zeigt sich von der Aktion aber völlig unbeeindruckt. “Auch wenn es einen Sturm der Entrüstung gibt”, so der Godaddy-Chef in einem Interview, “das ist doch nur eine Minderheit”. Der Effekt werde sein, “dass unser Geschäft besser laufen wird.”
Die Realität in Simbabwe: Tatsächlich legt die Regierung jährlich eine bestimmte Zahl an Elefanten fest, die von ausländischen Jägern gejagt werden können. Die Jäger bringen viel Geld ins Land, deshalb wird die größe der Population zumeist geschönt. Im vergangenen Jahr gab Simbabwe zum Beispiel 500 Elefanten zur Jagd frei und ging dabei von einer Population von 100.000 Tieren aus. Tatsächlich, so Tierschützer vor Ort, liege diese Zahl jedoch eher bei 30.000 bis 35.000 Tieren. (ok)




