Tesla vs. Top Gear: Es geht um die Ehre der Elektroautos

Der amerikanische Elektroauto-Pionier Tesla Motors hat vor einigen Wochen Klage gegen den britischen TV-Sender BBC eingereicht. Auslöser des Streits ist die rund um den Globus bei Millionen von Autofans beliebte TV-Show “Top Gear”, in der das Moderatoren-Team im Dezember 2008 im Rahmen eines Tests über den Stromer Tesla Roadster berichtet hat. Das Team um Moderator Jeremy Clarkson kam in der Sendung zu dem überraschenden Urteil, dass Elektroautos in der Realität einfach nicht funktionierten. In der Show zeigte man, wie beide Tesla Roadster-Fahrzeuge akute Probleme auf der Teststrecke hatten. Einer blieb angeblich aufgrund einer leeren Batterie vorzeitig liegen und hatte danach kaputte Bremsen, der andere lief heiß. Laut dem Elektroauto- Hersteller entsprechen die gezeigten Szenen nicht der Realität.
Tesla-Test angeblich nur gestellt
“Die Show (Top Gear) war so realistisch wie ein Konzert von Milli Vanilli, aber das Problem ist, dass die meisten Zuschauer das glauben was sie sehen”, so Tesla CEO Elon Musk. Tesla behauptet, dass schon bevor die Fahrzeuge an Top Gear ausgeliefert wurden, ein festes Script für den Ablauf des Tests existiert hat, inklusive der mysteriösen Ausfälle. Auch das Fazit soll schon zuvor festgelegt worden sein. Tesla wirft der Show Diffamierung und böswillige Verleumdung vor und fordert die BBC auf, die Ausstrahlung der Sendung und deren Verbreitung auf DVD und über das Internet sofort einzustellen und die Fakten geradezurücken.
Es geht um die Ehre der Elektroautos
Wie eine Sprecherin des Elektroauto-Herstellers nun mitgeteilt hat, geht es bei der Klage um viel mehr als die falschen Aussagen über den Tesla: “Wir haben große Sorge, dass Elektroautos auf Basis von ausgedachten Meinungen beurteilt werden und nicht nach ihrer tatsächlichen Leistung.” Dies könne zu einer auf falschen Informationen basierenden Diskussion darüber führen, ob Elektroautos funktionieren oder nicht. “Tesla ist der Pionier bei dieser Technologie. Daimler und Toyota schauen auf uns. Wenn unser Auto nicht funktioniert, funktioniert keines”, so die Tesla- Vertreterin. Nun müssen die Gerichte entscheiden.
Teslas Roadster war der erste serienreife Elektro-Sportwagen auf dem Markt. Der Tesla Roadster hat sich bis heute weltweit etwa 1.500 Mal verkauft und schlägt mit rund 100.000 US-Dollar zu Buche. Aktuell arbeitet Tesla an dem Model S. Der Stromer soll mit rund 60.000 US- Dollar erschwinglicher sein als sein Vorgänger. Laut dem Unternehmen haben bereits 4.000 Kunden eine Anzahlung in Höhe von 5.000 US-Dollar geleistet, um ein Model S zu bekommen, wenn es im kommenden Jahr auf den Markt kommen wird. Laut Tesla-Chef Elon Musk war für die 4.000 Vorbestellungen keine Werbung nötig, sondern nur Mundpropaganda.




