Röttgen: Energiewende wirkt sich kaum auf Strompreise aus
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Energieexpertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsordnung (DIW) sind sich einig: Der Atomausstieg und der Wechsel zu erneuerbaren Energien wird sich kaum auf die Strompreise auswirken. Wie der Umweltminister den Abgeordneten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion mitteilte, hätte die Energiewende höchstens eine Strompreiserhöhung von 0,1 bis maximal 0,9 Cent pro Kilowattstunde zur Folge.
Otto Fricke, haushaltspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion forderte in diesem Zusammenhang mehr Transparenz. Er wies darauf hin, dass die Bürger durchaus dazu bereit seien, für die Energiewende zu zahlen. Allerdings dürften sie nicht das Gefühl haben, dass keiner genau weiß, was mit ihrem Geld passiert. Sie müssten genau wissen, wie viel Cent der eigenen Stromrechnung der Stromkonzern erhält, wie viel der Investor in erneuerbare Energien und wie viel der Bürger, der eine eigene Solaranlage auf seinem Dach betreibt.
Das bestätigte Kemfert auch gegenüber der “Rheinischen Post”. Sie bemerkte allerdings, dass die Energiewende eine erhebliche finanzielle Belastung für die deutsche Wirtschaft darstellt, auf die in den nächsten 10 Jahren vermutlich Kosten in Höhe von 200 Milliarden Euro zukommen wird. Da es jedoch ebenso viele preissenkende Effekte durch die Energie- wende geben wird, gleichen sich diese Kosten wieder aus und schlägt sich nicht auf die Strompreise nieder. Würde sich der Strom also z.B. aufgrund der nötigen Investitionen verteuern, senken die billigen Stromimporte aus dem Ausland den Preis wieder und auch die Wettbewerbszunahme könnte sich günstig auf den Preis auswirken.
Die Stromkonzerne sehen die Sache jedoch anders und verweisen auf die enormen Zusatzkosten, die eine schnelle Energiewende mit sich bringe. So kündigte der Energiekonzern RWE bereits an, dass alleine aufgrund des derzeitigen Moratoriums die Strompreise für Privatkunden um bis zu 5% steigen könnten. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) spricht sich in einem Interview mit der “Welt” ebenfalls für eine zügige Energiewende aus, verlangt aber einen Ersatz für mögliche Steuerausfälle, die durch die Abschaltung der AKW entstehen. (mh)




