NRW: Diskussion um Entwurf für Windkraft-Erlass

Der Umweltsprecher der CDU- Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen, Rainer Deppe, hat von der rot-grünen Landesregierung “reinen Wein” beim Thema Inanspruchnahme von Flächen beim Ausbau der Windenergie gefordert. Am vergangenen Mittwoch wies Deppe darauf hin, dass Vertreter aus der Windindustrie deutlich gemacht hätten, dass eine Windkraftanlage mit einer Leistung von 3 Megawatt einen Fläche von 240.000 Quadratmetern benötige. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte zuvor schon angemerkt, dass die Fläche von 2% des Landes, die für die Windkraft zur Verfügung gestellt werden soll, zu knapp kalkuliert sei und dass zukünftig noch ein größerer Flächenbedarf bestehen werde.
Ebenfalls noch ungeklärt und kontrovers diskutiert ist die Frage nach Windkraftanlagen im Wald, da immer noch offen sei, welchen Einfluss Windkraftanlagen auf die dort lebenden Tiere haben. Deppe forderte die Landesregierung auf, in dieser Frage nachzuarbeiten. Zu unkonkret und unverbindlich fanden auch Vertreter der kommunalen Spitzenverbände den Entwurf der NRW-Landesregierung für den neuen Windkrafterlass. Der BUND forderte, dass jeder Einzelfall aus Sicht des Naturschutzes zu prüfen sei, da jede Tierart ganz nach ihren Lebensgewohnheiten berücksichtigt werden müsse.
Die Bürgerinitiative Aktion Gegenwind sieht den Windkrafterlass-Entwurf nach wie vor kritisch. Ihren Berechnungen zufolge müssten mindestens 10% der Landesfläche für Windräder zur Verfügung gestellt werden, um die angestrebten Ziele zu erreichen. In unmittelbarer Nachbarschaft der rotierenden Windräder sei eine körperliche und geistige Gesundheit nicht gewährleistet, deshalb dürften Anlagen nur dort errichtet werden, wo sie keine Beeinträchtigung für den Menschen darstellen, fordert die Initiative.
In manchen Gemeinden wurde allerdings schon eine Lösung gefunden: So baut eine Genossenschaft in der Gemeinde Saerbeck sieben neue Windräder auf einer Mülldeponie und auch ehemalige Waldflächen, deren Bestand durch Kyrill zerstört wurde, sollen für Windkraftanlagen genutzt werden. Rückhalt gab es auch von einigen Sachverständigen wie z.B. Dr. Norbert Allnoch vom Internationalen Wirtschaftsforum Regenerative Energien. Er berichtet von rund 10.000 Arbeitsplätzen in der nordrhein- westfälischen Windenergie und der entsprechenden Zuliefererindustrie mit weiterem Potenzial. (mh)




