Umfrage: Deutsche sind bereit, für Energiewende zu zahlen
Laut einer aktuellen Umfrage, die von den Marktforschern von TNS Emnid im Auftrag des Nachrichtensenders N24 durchgeführt wurde, sind die Deutschen mittlerweile bereit, für die Energiewende zu bezahlen. Für einen zügigen Atomausstieg und den Ausbau erneuerbarer Energien würde ein Großteil der Befragten auch Erhöhungen der Strompreise oder sogar Steuerer- höhungen in Kauf nehmen. Auslöser dieses Meinungsumschwungs und der zunehmenden Bereitschaft, für einen schnellen und nachhaltigen Umstieg auf regenerative Energiequellen zu bezahlen, ist ohne Frage die Katastrophe im japanischen Fukushima.
Noch im 4. Quartal 2010 waren 55% der Befragten des “co2online”- Klima-Barometers der Ansicht, dass der Ausbau erneuerbarer Energien nicht zu Lasten der Verbraucher gehen dürfe und ohne Subventionen finanziert werden müsse. Damals waren nur 28% der Befragten dazu bereit, den Ausbau in Form von Strompreiserhöhungen mitzufinanzieren. Mitte März, unmittelbar nach der Katastrophe in Japan, ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des RTL-Mittagsjournals “Punkt 12″, dass fast die Hälfte der Bundesbürger dazu bereit wären, deutlich mehr für atomkraftfreien Strom zu zahlen. Eine Emnid-Umfrage für die “Bild am Sonntag” zeigte die gleichen Ergebnisse: 58% der Deutschen würden für atomfreien Strom finanzielle Einbußen hinnehmen.
Die neue Umfrage hat ergeben, dass sich 33% der Deutschen wünschen, dass die Energiewende so schnell wie möglich vonstatten geht und zwar unabhängig davon, ob dies finanzielle Nachteile für sie selbst bedeuten würde. 22% der Befragten erklärten sich dazu bereit, für ihren Strom mehr zu bezahlen und 11% wären sogar dazu bereit, Steuererhöhungen zu akzeptieren, wenn diese für die Finanzierung der Energiewende nötig wären. Dass der Umstieg auf erneuerbare Energien aus Staatsmitteln finanziert wird, befürworten 47% der Befragten.
Auch die weit verbreitete Ablehnung von Windrädern scheint langsam aber sicher zu schwinden. So hätten 78% der Befragten inzwischen nichts mehr dagegen, wenn in ihrer unmittelbarer Nachbarschaft ein Windrad aufgestellt werden würde und dadurch der Ausstieg aus der Atomkraft beschleunigt werden könnte. Strikt abgelehnt tun dies aber noch 19% der Befragten. (mh)




