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Politiker-Dienstwagen haben größten CO2-Ausstoß

Politiker-Dienstwagen haben größten CO2-Ausstoß
In Sachen Klimaschutz und CO2-Ausstoß beim eigenen Dienstwagen sind die deutschen Spitzenpolitiker kein gutes Vorbild. (Foto: © Treier / Pixelio)

Die Abgasnorm der Europäischen Union besagt, dass ein Auto nicht mehr als 140 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen soll, ab 2012 sogar nur noch 120 Gramm pro Kilometer. Wer sich nicht an diese Norm hält, muss seit 2009 höhere Kfz-Steuer bezahlen. Doch wie die bereits fünfte Dienstwagen-Erhebung der Deutschen Umwelthilfe zeigt, gehen selbst deutsche Politiker nicht mit gutem Vorbild voran - im Gegenteil: Ihre Dienstwagen haben sehr häufig einen immens hohen CO2-Ausstoß, der weit über der EU-Abgasnorm liegt. Nicht ein einziger Bundesminister hat einen Dienstwagen, der sich an die EU-Vorgabe von 140 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer hält. Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) fährt beispielsweise einen VW Phaeton 3.0 V6 TDI 4Motion, 224 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt - 84 Gramm mehr, als der EU-Höchstwert.

Audi A8 6.0 quattro mit 353g/km CO2

Doch das ist noch längst nicht der höchste Wert unter allen Top- Politikern. Hier hat der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) die Nase vorn: Sein VW Phaeton stößt pro Kilometer satte 348 Gramm CO2 aus. Diesen Wert kann nur noch sein eigener Innenminister Boris Rhein (CDU) toppen, dessen Audi A8 6.0 quattro es auf 353 Gramm CO2 pro Kilometer bringt. Auch die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) scheint mit ihrem Audi A8 6.0 W12 quattro nicht an die Umwelt zu denken - der Wagen stößt 324 Gramm CO2 pro Kilometer aus, mehr als doppelt so viel, wie die EU vorgibt.

Zu loben gibt es dagegen die Landesregierung Bremen, in der vier von acht Regierungsmitgliedern Dienstwagen fahren, deren Abgaswerte unter der derzeit gültigen EU-Norm fahren. Das umweltfreundlichste Fahrzeug fährt Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD), dessen Mercedes Benz E250 CDI Blue Efficiency gerade einmal 139 g CO2/km ausstößt. Daran könnte sich Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ruhig ein Beispiel nehmen, doch statt den ohnehin schon hohen CO2-Ausstoß seines Dienstwagens zu verringern, bläst sein BMW 750Li jetzt sogar noch 34 g CO2 mehr in die Atmosphäre als vorher.

Vorbildlich sind dagegen die drei Landesumweltminister von Berlin, deren Dienstwagen sogar die ab 2012 geltende EU-Norm nicht überschreiten. Dies sind Katrin Lompscher (Linke) aus Berlin mit ihrem Toyota Prius Hybrid (92g CO2/km), Simone Peter (Grüne) aus dem Saarland mit ihrem VW Passat 1.6 TDI Blue Motion (114g CO2/km) und Johannes Remmel (Grüne) aus Nordrhein-Westfalen. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) hat dagegen zum wiederholten Mal eine Auskunft gegenüber der Deutschen Umwelthilfe verweigert. Diese will den Minister nun gerichtlich zu den Angaben zwingen. (mh)