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Deutsche Autoindustrie fordert Milliarden-Subventionen für Elektroautos

Deutsche Autoindustrie fordert Milliarden-Subventionen für Elektroautos
Ziele können nur mit Förderungen erreicht werden: Die Deutsche Industrie fordert von der Regierung Milliarden-Subventionen zum Ausbau der Elektromobilität.

In Deutschland gibt es für Käufer eines Elektroautos momentan keine staatliche Förderung. Verbände und Autohersteller fordern von der Bundesregierung jedoch schon seit Monaten eine Förderung, um entsprechende Kaufanreize zu schaffen. Die deutsche Autoindustrie befürchtet, dass das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf die deutschen Straßen zu bringen, ohne staatliche Hilfen auf keinen Fall zu erreichen ist. Das berichtete gestern die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” (FAZ). Dabei beruft sich die Zeitung auf den ihr vorliegenden Entwurf für den zweiten Bericht der im Mai 2010 gegründeten Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE). Das Ziel der Plattform ist, Deutschland bis zum Jahr 2020 nicht nur zum Leitmarkt, sondern auch zum Leitanbieter für Elektromobilität zu machen.

Die Anschaffung eines Elektroautos ist heute noch erheblich teurer als die eines Fahrzeugs mit konventionellem Antrieb. Laut der NPE müssen Verbraucher für die umweltfreundlichen Stromer mindestens 4.000 bis 9.000 Euro mehr investieren, als für ein herkömmliches Auto. Dadurch werde es nicht möglich sein, “ohne zusätzliche Anreizmaßnahmen das angestrebte Ziel”, heißt es. “So würden im Jahr 2014 nur etwa 25.000 Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen fahren, im Jahr 2020 wäre etwa mit 450.000 Fahrzeugen im Bestand zu rechnen.” Um die Vorgabe der Bundesregierung einhalten zu können, müssten jedoch laut dem NPE- Bericht in drei Jahren bereits 100.000 Elektroautos über deutsche Straßen rollen, im Jahr 2017 müssten es schon eine halbe Million sein.

Der zweite Bericht der Plattform soll am 11. Mai Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben werden. Wenige Tage später wird es ein Treffen mit Managern und Vorstandsvorsitzenden der wichtigsten deutschen Auto-, Chemie- und Stromkonzerne geben. Die Industrie hatte im ersten Zwischenbericht bis 2013 vier Milliarden Euro für die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich gefordert. Eine Einigung konnte bislang auch nicht im Bezug eine Kaufprämien für Elektroautos erzielt werden. Bislang soll laut den Plänen lediglich der Aufbau von Stromladestationen und die Pilotproduktion von Akkus mit staatlichen Förderungen belohnt werden. Darüber hinaus sollen gewerbliche Kunden Sonderregelungen bei steuerlichen Abschreibung in Anspruch nehmen können. Die NPE schlägt unter anderem vor, dass es eine Sonderabschreibung von 50 Prozent im ersten Nutzungsjahr eines Elektroautos geben sollte.

In anderen Ländern gibt es schon lange staatliche Förderungen für die Anschaffung eines Elektroautos. So erhalten Verbraucher in den USA eine Förderung von bis zu 5.300 Euro, wenn sie sich für ein Elektrofahrzeug entscheiden. Absolute Spitzenreiter bei der Förderung der E-Mobilität sind Dänemark und Japan. Hier erhalten Käufer beim Kauf eines Stromers eine maximale Förderung von 17.500 Euro bzw. 10.000 Euro. Auch Großbritannien ist spendabel: Zwischen Januar 2011 und März 2012 erhalten Käufer von “ultra low carbon cars”, zu denen auch Elektroautos zählen, eine Prämie von bis zu 5.000 Pfund (rund 5.700 Euro), maximal jedoch 25 Prozent des Kaufpreises, in Bar ausbezahlt. (ok)