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Deepwater Horizon: Ein Jahr nach der Öl-Katastrophe

Deepwater Horizon: Ein Jahr nach der Öl-Katastrophe
Auch ein Jahr nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko sind die Folgen für Mensch und Tier noch immer deutlich zu spüren. (Foto: © NASA)

Genau ein Jahr ist es her, dass die Ölplattform “Deepwater Horizon” des britischen Ölriesen BP im Golf von Mexiko explodierte. Bei dem Unglück, das als eine der schlimmsten Ölkatastrophen in die Geschichte eingehen sollte, starben elf Menschen und noch immer sind die Folgen der Katastrophe zu spüren, auch wenn sie in den Medien kaum noch Erwähnung findet. Für die Menschen an der Golfküste ist jedoch seit dem 20. April 2010 nichts mehr so, wie es war. An den Küsten des Golf von Mexikos leben die Menschen größtenteils vom Fischfang und vom Tourismus. Durch die Ölkatastrophe blieben zahlreiche Urlauber-Strände lange gesperrt. Das britische Wirtschaftsinstitut Oxford Economics hat errechnet, dass alleine die Tourismusbranche umgerechnet rund 16 Milliarden Euro durch die Ölpest verliert. Heute sind die Strände Floridas gesäubert und das Baden ist laut den örtlichen Behörden unbedenklich.

Die Fischer hat es ebenfalls schlimm getroffen: Nicht nur, dass der Fischfang monatelang verboten war, zwischenzeitlich halbierten sich auch die Preise und kaum jemand wollte Fisch aus der Unglücksregion kaufen. Erst am 11. April 2011 wurden die gesperrten Zonen in Louisiana wieder für den Fischfang freigegeben, die Krabbenfischer durften am 18. April 2011 ihre Arbeit in den verseuchten Gebieten wieder aufnehmen. Dem Fischereiminister Robert Barham zufolge sollen über 99% der Gewässer von Louisiana nun wieder für den Fischfang geöffnet sein.

Auch wenn sich die Befürchtungen, dass sich die Ökosysteme nie mehr von der Katastrophe erholen wird, zum Glück bislang nicht bewahrheitet hat, finden sich vor allem in den Sumpfgebieten und dem Marschland, in das Öl geflossen war, heute noch immer Reste von schwarzem Rohöl. Ölexperte Jörg Feddern von der Umweltschutzorganisation Greenpeace ist gerade aus den USA zurückgekehrt, wo er sich selbst ein Bild von der heutigen Situation machen wollte. Er fand noch überall Öl und das in nicht unerheblichen Mengen - selbst dort, wo BP die Reinigungsarbeiten schon offiziell beendet hat. Besorgniserregend ist auch die Tatsache, dass in den letzten Monaten auffällig viele tote Delfine angespült worden seien. Experten vermuten, dass diese Todesfälle auf die Spätfolgen der Ölkatastrophe oder die eingesetzten Chemikalien zurückzuführen sind, allerdings gibt es hierfür noch keine gesicherten Beweise.

Die Explosion verursachte ein Ölleck in 1500 Metern Tiefe, das erst fünf Monate später vollständig versiegelt werden konnte. In der Zwischenzeit flossen rund 780 Millionen Liter Erdöl ins Meer und verschmutzte mehr als 1000 Kilometer Küsten der US-Bundesstaaten Alabama, Louisiana, Florida und Mississippi. Hunderttausende Tiere sterben qualvoll. (mh)