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Greenpeace kritisiert geringen Anteil der Stromkonzerne an Energiewende

Greenpeace kritisiert geringen Anteil der Stromkonzerne an Energiewende
Nach einer aktuellen Studie von Greenpeace stammen nur 3,9% des Stroms aus erneuerbaren Energien von den vier Energieriesen. (Foto: © Fries / Pixelio)

Die Umweltorganisation Greenpeace wirft den vier großen deutschen Energieriesen EnBW, Eon, RWE und Vattenfall vor, nicht genug zur angestrebten Energiewende beizutragen und ein angemessenes Engagement zu verweigern. Dies gehe aus einer aktuellen Studie des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) hervor, die Greenpeace in Auftrag gegeben hatte. Demnach stammt zwar der Löwenanteil von 68% des innerhalb Deutschlands erzeugten Stroms von den vier großen Energieversorgern, doch ihr Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien beträgt gerade einmal 3,9%.

Größter Anteil stammt von regionalen Anbietern

Greenpeace-Energieexperte Karsten Smid erklärte bei der Präsentation der Studie in Berlin, dass bislang der größte Anteil erneuerbarer Energien von regionalen Anbietern produziert wird. Dazu gehören aber nicht nur Regionalversorger und Stadtwerke, sondern auch Bürgerwindparks und Privathaushalte. Die vier großen Stromkonzerne hätten dagegen ihren Anteil an Strom aus regenerativen Energiequellen schon seit dem Jahr 2007 nicht mehr signifikant erhöht. Ihr Anteil an dem gesamten aus Wind- und Sonnenkraft erzeugten Stroms liegt z.B. nur bei 0,5%. Die Umweltschützer fordern die Energieunternehmen deshalb zu einem sofortigen Ende ihrer Blockadehaltung und zu einer deutlichen Aufstockung ihrer Investitionen in erneuerbare Energien auf. Smid betonte, dass es nötig für die Gesellschaft sei, dass auch finanzstarke Großunternehmen “mutig in Zukunftstechnologien investieren”.

Das scheint jedoch ein frommer Wunsch zu sein, denn in den bisherigen Planungen von Eon beispielsweise sind nur 13% der Gesamtinvestitionen für den Ausbau erneuerbarer Energien vorgesehen, bei RWE beträgt der Investitionsanteil, der auf erneuerbare Energien fällt, 20%. Der IÖW- Studienleiter Bernd Hirschl beteuert, dass dies nicht ausreicht, um das von der Bundesregierung angestrebte Ziel, bis 2020 einen Anteil von 35% an erneuerbaren Energien zu haben. Die Energiekonzerne wiesen die Kritik zurück und erklären, dass die Studie ein völlig verzerrtes Bild abgäbe. Bei der Studie wurde nämlich Strom aus Wasserkraft nicht berücksichtigt und genau dieser Strom macht bei den Energiekonzernen den größten Anteil aus erneuerbaren Energien aus. Greenpeace kontert, dass diese Wasserkraftanlagen teilweise schon seit Jahrzehnte alt und größtenteils abgeschrieben sind, so dass sie nicht zu Neu-Investitionen hinzugerechnet werden dürfen.

Es bleibt jedoch anzumerken, dass die Studie noch vor dem Atomunglück in Fukushima durchgeführt wurde. Möglicherweise haben auch die großen Konzerne inzwischen begonnen umzudenken, so dass sie zukünftig verstärkt in erneuerbare Energien investieren und sich von Atom- und Kohleenergie immer weiter abwenden - so auch die Hoffnung der Umweltschutzorganisation Greenpeace. (mh)