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Über 40 Fischarten im Mittelmeer bald vom Aussterben bedroht

Über 40 Fischarten im Mittelmeer bald vom Aussterben bedroht
Laut IUCN sind aktuell 43 Fischarten im Mittelmeer durch Überfischung, Schleppnetze und Lebensraumveränderungen gefährdet.

Nach einer aktuellen Studie der Naturschutzorganisation “International Union for Conservation of Nature and Natural Resources” (IUCN) könnten schon in den nächsten Jahren 43 Fischarten im Mittelmeer verschwinden. Insgesamt ist somit von den 519 heimischen Arten ein Anteil von 8% akut gefährdet. Die IUCN, die regelmäßig eine Rote Liste mit den gefährdetsten Arten erstellt, stellte in ihrer jüngsten Studie fest, dass unter anderem Haie, Rochen und mindestens 12 Knochenfischarten vom Aussterben bedroht sind. Dazu zählt der Große Thunfisch (auch Blauflossen-Thunfisch oder Roter Thunfisch genannt), der Braune Zackenbarsch, der Europäische Wolfsbarsch und der Seehecht. Diese Arten könnten nach Einschätzung der Organisation schon bald auf der Liste der “bald vom Aussterben bedrohten Arten” stehen.

Der Hauptgrund für die Bedrohung dieser Arten ist die anhaltende Überfischung, besonders besorgt sind die Experten über den massiv zurückgegangenen Bestand des Großen Thunfischs im Mittelmeer und im Ostatlantik. In den letzten 40 Jahren ist das Fortpflanzungspotenzial dieser Art schon um 50% zurückgegangen, berichtet der Meeresfisch- Spezialist Kent Carpenter von IUCN. Es gab zwar Bemühungen zum Schutz des Thunfischs, doch da die Fangquoten häufig missachtet werden, sind diese Bemühungen zwecklos. So berichtete der World Wildlife Fund (WWF) erst Anfang des Jahres, dass die Population des Blauflossenthunfischs inzwischen um 85% zurückgegangen ist und nannte ihn als einen Verlierer des Artenschutzes 2010.

Schon seit längerer Zeit fordern Umweltschützer eine Senkung der Fangquoten, doch bei dem letzten Treffen im vergangenen November änderte die Internationale Kommission für den Schutz des atlantischen Thunfischs die Fangquoten wieder nicht. Stattdessen scheint es einen großen internationalen Schwarzhandel mit dem Fisch zu geben, den Experten vorsichtig auf ein Volumen von rund 4 Milliarden US-Dollar beziffern, der sich größtenteil in Frankreich abspielt.

Neben der Überfischung sind auch die Schleppnetze ein großes Problem, die Teile des Meeresbodens zerstören und in denen sich viele Fische verfangen, die wirtschaftlich überhaupt nicht genutzt werden. Auch für andere Tiere wie Wale, Delfine, Schildkröten oder Vögel stellen die Schleppnetze eine Gefahr dar. (mh)