BP verklagt Deepwater Horizon-Eigentümer und andere Beteiligte

Der britische Ölkonzern BP hat das Schweizer Unternehmen Transocean, den Eigentümer der havarierten Ölplattform “Deepwater Horizon”, die vor einem Jahr explodierte und dabei die größte Öl- Katastrophe in der Geschichte der USA auslöste, vor einem US-Bundesgericht auf Schadenersatz verklagt. Auch gegen das Unternehmen Cameron International und die US-Firma Halliburton haben die Briten Klage eingereicht. Cameron International ist der Hersteller des Notfallventils, das eigentlich verhindern sollte, dass Öl ins Meer entweicht, und Halliburton war für die spätere Zementierung der Ölquelle verantwortlich. Insgesamt belaufen sich die Schadenersatzforderungen von BP auf 40 Milliarden US- Dollar, was etwa 27,5 Milliarden Euro entspricht. Etwa die gleiche Summe ist dem Ölkonzern an Kosten in Folge der Ölkatastrophe entstanden.
Bis spätestens Mittwoch hat BP Zeit, die Klageschrift einzureichen, um die nötigen Fristen zu wahren. Darin erklärt BP, dass die Ölplattform nicht gesunken wäre und auch kein Öl ins Meer geflossen wäre, wären die beklagten Unternehmen nicht so nachlässig gewesen. Transocean habe die Anzeichen der drohenden Katastrophe missachtet, so der Vorwurf des Mineralöl-Unternehmens. Dem US-Konzern Halliburton wirft BP vor, über die Ergebnisse der durchgeführten Zement-Tests nicht richtig informiert zu haben. Halliburton selbst räumte ein, die erforderlichen Tests überhaupt nicht durchgeführt zu haben, weil BP diese Tests nicht veranlasst habe. Noch ist nicht abzusehen, ob die Forderungen BPs realistisch sind, jedoch kam auch die damals von US-Präsident Barack Obama eingesetzte Untersuchungskommission zu dem Fazit, dass die beteiligten Firmen schwer fahrlässig und nachlässig bei den Sicherheitsvorkehrungen gehandelt haben.
Ein Transocean-Sprecher bezeichnete die Forderungen von BP als “fadenscheinig und unverschämt”. Er betonte, dass die “Deepwater Horizon” eine erstklassige Plattform und auch die Besatzung, von der 11 Männer ums Leben kamen, hervorragend gewesen sei. Durch falsche Kosteneinsparungen hätte BP selbst die Katastrophe heraufbeschworen, hieß es. Darüber hinaus hat Transocean nach eigenen Angaben ebenfalls Klage eingereicht und zwar gegen BP. Grund: Es soll eine Vereinbarung bestanden haben, dass BP bei einer Umweltverschmutzung die volle rechtliche Verantwortung übernimmt und Transocean von jeder Form von Straf- und Entschädigungszahlungen unberührt bleibt.
Die Ölplattform explodierte am 20. April 2010 im Golf von Mexiko. Dabei kamen 11 Arbeiter ums Leben und die Plattform stand zwei Tage lang in Flammen, bevor sie schließlich im Meer versank. Durch ein dadurch entstandenes Leck flossen 780 Millionen Liter Öl ins Meer, bevor es erst Monate später gelang, das Leck in 1500 Meter Tiefe zu versiegeln. (mh)




