Mehr Regenfälle im Tropensommer durch Ozonloch

Wie kanadische und US-amerikanische Forscher im renommierten Fachmagazin “Science” erklärten, kann das Ozonloch über der Antarktis auch das Wetter in südlichen Tropenregionen beeinflussen. Den Forschern zufolge werden zahlreiche klimarelevante Prozesse von dem Abbau der Ozonschicht beeinflusst, was dazu führt, dass es auch in den subtropischen Regionen der Erde vermehrt zu kräftigen Regenfällen kommt. Diese werden schon seit einigen Jahren beobachtet und lange wussten die Forscher nicht, welche Ursache hierfür verantwortlich ist. Sarah Kang von der Columbia University in New York und ihre Mitarbeiter haben nun herausgefunden, dass der Einfluss des Ozonlochs sich längst nicht auf die Polarregion beschränkt, sondern bis in die Tropen reicht. Dies konnten die Wissenschaftler mit Hilfe von vier verschiedenen Klimamodellen belegen.
Die Klimamodelle zeigen, dass das Ozonloch eine Abkühlung in der unteren Stratosphäre verursacht, was zur Folge hat, dass sich die Grenzschicht zwischen der Troposphäre (0 bis 15 Kilometer Höhe) und der Stratosphäre (15 bis 50 Kilometer Höhe) nach oben verschiebt. Die westlichen Starkwinde außerhalb der Tropen verlagern sich daraufhin in Richtung der Pole. Die Folge dieser Verschiebung: In den Subtropen wie im östlichen Australien oder über dem südwestindischen Ozean nehmen im Sommer die Regenfälle zu. Das würde auch solche verheerenden Überschwemmungen erklären, wie es sie erst kürzlich in Australien gab.
In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurde das Ozonloch zum ersten Mal über dem Südpol gesichtet. Es entstand durch die extreme Nutzung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) von Industrie und Handel, die in die Atmosphäre entwichen und dort die Ozonschicht ausdünnten und mit der Zeit immer mehr abbauten.
In Sachen Ozonloch über dem Nordpol gibt es dagegen weiter gute Nachrichten: Wissenschaftler melden, dass das Ozonloch über der Arktis wieder kleiner wird. In den letzten Wochen war die Ozonschicht so stark geschwunden wie noch nie seit Beginn der Messungen in den 1960er Jahren. Der rasante Abbau war auf die extrem tiefen Temperaturen in hohen Luftschichten zurückzuführen. Dank der höheren Temperaturen erholt sich die Ozonschicht aktuell wieder. (mh)





