Studie: Viel zu großer Hype um Elektro- und Hybridfahrzeuge

In Deutschland sollen bis zum Jahr 2020 bereits eine Million Elektroautos über die Straßen rollen. Die USA wollen dieses Ziel schon bis 2015 erreichen. Wie aus einer aktuellen Studie der Marktforscher von JD Power & Associates hervorgeht, werden diese Ziele aber nur schwer zu erreichen sein. Nach Ansicht der Marktforscher ist der Wirbel, der im Augenblick um Hybrid- und Elektroautos gemacht wird, viel zu groß. Der Untersuchung zufolge wird der Anteil der alternativen Antriebe an den gesamten Fahrzeugverkäufen im Jahr 2020 gerade mal 7,3 Prozent betragen. In Zahlen bedeutet dies, dass im Jahr 2020 weltweit 5,2 Millionen der 70,9 Millionen (Stand 2010) verkauften Fahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb ausgestattet sein werden.
Laut den Experten von JD Power & Associates sehen die Kunden vor allem wegen der im Vergleich zu Fahrzeugen mit herkömmlichem Antrieb geringen Reichweiten, dem Design und der Leistung der Stromer und Hybrid-Fahrzeuge von einem Kauf ab. Auch die vergleichsweise hohen Anschaffungspreise eines Elektro- oder Hybridfahrzeugs spielen eine große Rolle bei der Entscheidung für oder gegen ein Auto mit einem alternativem Antrieb. Zwar seien die Käufer sehr an umweltfreundlichen und effizienten Fahrzeugen interessiert, der Preis spiele jedoch bei der Wahl des Antriebs eine größere Rolle als eventuelle Bedenken. Weitere Bedenken hätten Käufer bei der Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten abseits des eigenen Hauses, heißt es in der JD Power Studie.
Diese Gründe würden aktuell noch dazu führen, dass die Fahrzeuge in erster Linie bei Kunden mit einem hohen Haushaltseinkommen gefragt seien und sich so ein Nischenmarkt bilde. Ob man die Massen erreichen wird, hängt also vor allem davon ab, wie sich die die Batterietechnologie (Stichwort Reichweite) und die Preise entwickeln werden. Hoffnung gibt es durch die Entwicklung in China: Im Land der Mitte wurden im Jahr 2010 erstmals mehr als eine Millionen Elektro- und Hybridfahrzeuge verkauft. In Zahlen macht das laut JD Power & Associates einen Anteil von 2,2 Prozent an den gesamten Fahrzeugverkäufen in China.
Für die USA erwarten die Experten trotz der zurückhaltenden Prognosen eine deutliche Zunahme des Modellangebots von Elektro- und Hybrid- Autos. Aktuell sind 31 Hybrid- und Elektroautos auf dem Markt verfügbar, bis zum Jahr 2016 sollen es bereits 159 Modelle sein. Eine Erfolgschance sieht man bei JD Power nur dann, wenn die Preise langfristig deutlich sinken und die Bevölkerung über die Funktionsweise der alternativen Antriebe aufgeklärt wird. Das amerikanische Department of Energy hat bereits erste Schritte in diese Richtung unternommen und gemeinsam mit Google eine Karte mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge veröffentlicht.





