Unfriend Coal: Facebook geht einen Schritt auf Greenpeace zu

In einem Werbespot, der im US- Bundesstaat Kalifornien ausgestrahlt wurde, werben die Umweltschützer von Greenpeace für ein grüneres Facebook. Das soziale Netzwerk mit Hauptsitz im kalifornischen Palo Alto verfügt aktuell über rund 600 Millionen Nutzer weltweit und verfügt über entsprechend große Rechenzentren, um die Last der großen Besucherströme bewältigen zu können. Angeblich werden für den Betrieb von Facebook zwischen 30.000 und 60.000 Server benötigt. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat mit ihrer Kampagne “Unfriend Coal” (“der Kohle die Freundschaft kündigen”) von Facebook gefordert, seine Rechenzentren auf grünen Strom umzustellen und somit eine Unmenge an CO2-Emissionen zu vermeiden.
Konkret forderte Greenpeace das größte soziale Netzwerk der Welt dazu auf, bis zum Jahr 2021 keinen Strom mehr aus Kohlekraft zu nutzen. Die Verantwortlichen des Netzwerks sollten sich nach dem Wunsch von Greenpeace bis zum internationalen “Earth Day” (22. April) offiziell zu einem künftigen Verzicht auf Kohlestrom bekennen. Daraus wurde leider nichts. Ganz ohne Erfolg war die Aktion aber auch nicht. Berichten zufolge hat Facebook einen Brief an die Umweltorganisation geschrieben, in dem man bekannt gab, sich in Zukunft mehr mit den Themen Umweltschutz und Energieeffizienz auseinandersetzen zu wollen.
Einen ersten Schritt möchte Facebook mit der Veröffentlichung von Daten zum Strom- und Wasserverbrauch sowie der Effizienz der Rechenzentren machen. Greenpeace bemängelte im Rahmen einer erst letzte Woche veröffentlichten Untersuchung vor allem die unzureichende Transparenz des Unternehmens. Die von Greenpeace verlangten Daten möchte man ab Sommer 2011 auf Facebooks Green-Fanpage veröffentlichen. Darüber hinaus will Facebook in diesem Jahr mit drei Mitarbeitern der EDF Climate Corps an entsprechenden Plänen zur Verbesserung der Energieeffizienz und des Umweltschutzes im Unternehmen arbeiten.
Auch bei der Planung künftiger Rechenzentren und deren Standort will Facebook ab sofort das Thema CO2-Ausstoß berücksichtigen. Und es gibt noch einen weiteren Erfolg für Greenpeace: Facebook will das Angebot der Umweltschützer annehmen und sich von den Greenpeace-Experten in puncto Energieversorgung der Rechenzentren beraten lassen. Zwar konnte Greenpeace nicht das gesetzte Ziel, Facebook dazu zu bringen, dem Kohlestrom endgültig eine Absage zu erteilen, erreichen, ein Schritt in die richtige Richtung ist es aber auf jeden Fall. (ok)




