Stiftung Warentest: ESL mit traditioneller Frischmilch vergleichbar

Es gibt zwei Arten von Frischmilch: traditionell hergestellte und länger haltbare, die als ESL-Milch bezeichnet wird. Die Stiftung Warentest hat 24 fettarme Sorten Frischmilch (1,5% bis 1,8% Fett) beider Produktionsarten getestet und kommt zu dem Ergebnis, dass es in beiden Gruppen “sehr gute” Produkte gibt. Sowohl die traditionell hergestellten Milchsorten von Hansano und von Landliebe erreichen die Note “sehr gut”, ebenso wie die ESL-Milch von Milchproduzent Tuffi.
Bei der traditionellen Herstellung von Frischmilch wird die Milch beim Pasteurisieren für kurze Zeit auf 75°C erhitzt, bei der ESL-Milch beträgt die Höchsttemperatur bis zu 130°C mit der Folge, dass die Milch so rund zwei Wochen länger haltbar ist als die traditionell hergestellte Milch. Eine andere Möglichkeit, ESL-Milch länger haltbar zu machen, ist, über sehr feine Membrane Keime aus der Frischmilch herauszufiltern, was als Mikrofiltration bezeichnet wird. Diese Milch wird ebenfalls nur kurz auf maximal 75°C erhitzt. Das Verfahren wurde z.B. bei der mit “sehr gut” bewerteten ESL-Milch von Tuffi eingesetzt. Insgesamt schnitten die ESL- Milch mit Mikrofiltration im Test besser ab als die hocherhitzten.
Die Tester hatten bei den meisten Frischmilch-Sorten sensorisch nichts auszusetzen: Zwei Drittel der Produkte waren hinsichtlich Aussehen, Geruch, Geschmack und Nachgeschmack einwandfrei. Übrigens ist der Gehalt von Kalzium und Vitaminen bei einer ESL-Milch mit dem von traditionell hergestellter vergleichbar.
Enttäuscht hat ausgerechnet die Biomilch von denree, die durch ihren alten und unreinen Geschmack und einen leichten Nachgeschmack nach Pappe negativ auffiel und deshalb auch nur noch knapp mit der Note “befriedigend” bewertet wurde. Woher der unangenehme Geschmack stammte, ist nicht bekannt, verdorben war die Milch jedenfalls nicht. Ebenfalls nur “befriedigend” war die frische fettarme Milch von Milfina (Aldi Süd). Neben der herkömmlichen Frischmilch und der ESL-Milch gibt es auch noch die sogenannte H-Milch, die noch stärker und vor allem länger erhitzt wird, woraus ihr typischer Kochgeschmack resultiert. H-Milch wurde im aktuellen Test allerdings nicht getestet. (mh)




