Baltic 1: Offshore-Windpark offiziell ans Netz gegangen

Anfang April war es so weit: Mit dem Ostsee-Windpark Baltic 1 hat die erste der 21 Offshore-Windkraftanlagen den Probebetrieb aufgenommen und der Betreiber Energie Baden-Württemberg (EnBW) die erste Kilowattstunde Strom ins Netz eingespeist. Nach weiteren Tests und Prüfungen ist der Offshore-Windpark heute nun offiziell ans Netz gegangen. Die Erwartungen an das neue Offshore-Windprojekt sind groß. Die Investitionen für den Windpark belaufen sich angeblich auf 1,2 Milliarden Euro. In Zukunft soll Baltic 1 bis zu 50.000 Haushalte mit Ökostrom versorgen. Zu den im Kurhaus Zingst stattfindenden Feierlichkeiten anlässlich der Eröffnung des Windparks wird auch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel als Festrednerin erwartet.
Baltic 1 soll pro Jahr 185 Gigawattstunden Strom liefern
In dem Offshore-Windpark Baltic 1, der sich rund 16 Kilometer nördlich der Halbinsel Darß/Zingst auf einem Areal von rund sieben Quadrat- kilometern befindet, stehen insgesamt 21 Windräder des Typs Siemens SWT-2,3-93/2300 kW. Diese sollen jährlich mit einer Gesamtleistung von rund 50 Megawatt (MW) jährlich 185 Gigawattstunden Strom ins Netz einspeisen. Die Anlagen haben eine Höhe von 125 bis maximal 163 Meter und stehen in einer Wassertiefe von 16 bis 19 Metern. Mit dem Bau des Offshore-Windparks Baltic 2, der sechsmal so groß sein wird wie Baltic 1, will Energieversorger EnBW im Jahr 2012 beginnen.
Die Planungen für das Offshore-Windkraftprojekt Baltic 1 begannen bereits im Jahr 1997. Die Genehmigungsverfahren zogen sich bis 2005 hin. Im Jahr 2009 begann EnBW mit dem Bau von Baltic 1. Die Offshore- Anlage ist über ein Seekabel mit dem Land verbunden. Baltic 1 ist nicht unumstritten, so fürchten Umweltschützer negative Auswirkungen auf den Vogelzug und Risiken wegen der Nähe zu der stark frequentierten Wasserstraße Kadetrinne. Die umliegenden Gemeinden befürchten außerdem, dass sich der großflächige Windpark negativ auf den Tourismus in der Region auswirken könnte.
Für Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) sendet der Offshore-Windpark Baltic 1 ein wichtiges Signal aus: “Das Zeitalter der regenerativen Energien wird auf eine neue Stufe gehoben.” EnBW weist Vorwürfe, der Windpark sei nur eine PR-Maßnahme des Konzerns, zurück: “Das kann niemand mehr guten Gewissens als bloße PR-Maßnahme abtun”, sagt EnBW-Vorstand Hans-Peter Villis. EnBW betreibt die beiden AKWs Neckarwestheim und Philippsburg. (ok)




