Moto Mundo: Mit dem Elektroauto rund um den Globus

Die Dänen Hjalte Tin (57) und Nina Rasmussen (68) haben ihr ehrgeiziges Projekt nun fast vollendet: mit einem zum Elektroauto umgebauten Nissan Qashqai die Welt zu umrunden. Am 25. Juni 2010 starteten die beiden Elektroauto-Fans ihre große Reise, die sie von Skandinavien über Russland durch die Mongolei und die Wüste Gobi nach China, in die USA und wieder zurück nach Europa führte. Am 7. Mai endet die rein elektrische Tour nach fast einem Jahr im Heimatland Dänemark. Aktuell halten sich die beiden Abenteurer für diverse Vorführungen ihres Fahrzeugs in Berlin auf. Erst in einigen Tagen will man sich auf den Weg machen, um die letzten Kilometer zum Abschluss der Weltumrundung in einem rein elektrisch betriebenen Auto zurückzulegen.
Mit ihrer Weltumrundung wollten die beiden Dänen zeigen, was Elektrofahrzeuge schon heute leisten können. Im Rahmen der Moto Mundo Electric World Tour, wie das Ehepaar seine Weltumrund nennt, durchquerten sie mit dem Elektroauto zum Teil Regionen mit extremen klimatischen Bedingungen. So waren die Temperaturen in Russland im vergangenen Sommer extrem hoch. In den USA, die man im Winter durchquerte, war es hingegen sehr kalt, was dazu führte, dass die Etappen zwischen den Pausen zum Laden der Akkus entsprechend kürzer wurden, da die Reichweite des Fahrzeugs durch zusätzliche Verbraucher wie die Heizung schrumpfte.

Der umgebaute Crossover Nissan Qashqai brachte es unter optimalen Bedingungen auf eine Reichweite von 250 Kilometern. Bewegte sich der Batteriestatus im roten Bereich, musste der Qashqai an einer einfachen Haushaltssteckdose aufgeladen werden. Bis der maximale Ladestand erreicht war, dauerte es stets rund 19 Stunden, was dem Ehepaar stets großzügige Pausen bescherte, sofern sich keine Schnellladestation in der Nähe befand. Insbesondere in den USA, wo Temperaturen von minus zehn Grad Celsius herrschten, haben die Batterien schnell die Segel gestrichen. In den USA sorgte darüber hinaus die Tatsache für Probleme, dass es in Motels nur 110-Volt-Anschlüsse gab, nicht aber die mindestens benötigten 220 Volt. Hier konnte nur ein Notstromaggregat helfen, das die beiden Dänen für solche Fälle mit sich führten.
Der Nissan Qashqai ist mit einem Elektromotor mit einer Leistung von 60 kW / 82 PS ausgestattet. Die Lithium-Ionen-Akkus wurden unter dem Fahrzeug montiert. Die Höchstgeschwindigkeit des Elektroautos beträgt 130 km/h. Im langsamen Stadtverkehr konnten das Ehepaar Reichweiten von bis zu 300 Kilometern erreichen. Bei einem Durchschnittstempo von 80 km/h betrug die Reichweite immer noch sehr gute 200 Kilometer. Im nächsten Schritt möchte man eine transportable Windturbine mit 2,3 MW entwickeln, die innerhalb von acht Stunden genug Strom generieren kann, um die Akkus des Fahrzeugs vollständig zu betanken. Darüber hinaus experimentiert man auch mit Brennstoffzellen. (ok)




