Autohersteller Mitsubishi zeigt Interesse an elektrischer Formel 1

Die Formel 1 ist trotz zahlreicher Spritsparversuche wie den Einsatz von KERS (Kinetic Energy Recovery System) alles andere als eine umweltfreundliche Sportart. Im Gegenteil: Alleine durch den Flugzeugtransport, der den Rennzirkus samt Mannschaften, Fahrzeugen und mobilen Werkstätten im Verlauf einer Saison mehrfach rund um den Globus bringt, werden große Mengen des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 ausgestoßen. Momentan denkt die FIA (Fédération Internationale de l’Automobile) jedoch ernsthaft darüber nach, eine elektrische Ausgabe der Formel 1 auf die Beine zu stellen. In Zusammenarbeit mit der EU möchte man elektrische Rennboliden auf die Strecken loslassen, auf denen momentan Vettel und Co. ihre Runden drehen. Eine abschließende Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.
Die ersten Autohersteller zeigen bereits Interesse an einer Formel 1 mit Elektroantrieb. Im Gespräch mit der “Kyodo News” erklärte Mitsubishi- Präsident Osamu Masuko, dass man an dem Vorhaben “sehr interessiert” sei. “Unsere Mitarbeiter sagen, dass wir es auf jeden Fall tun sollen. Die Entwicklungskosten für Elektroautos scheinen um einiges niedriger als für Autos mit Verbrennungsmotor zu sein. Außerdem würde es zur weiteren technologischen Entwicklung der Autos beitragen, die bereits am Markt sind.” An der jetzigen Formel 1 nimmt Mitsubishi nicht aktiv teil.
Die EU-Kommission hatte Medienberichten zufolge bei der FIA angefragt, ob es theoretisch möglich wäre, eine elektrische Rennserie auf die Beine zu stellen. Grund: Man möchte mit der Rennserie, die - sofern möglich - auf denselben Rennstrecken wie die Königsklasse an den Start gehen soll, die Akzeptanz von elektrischen Fahrzeugen fördern und das Thema Elektromobilität noch mehr ins Bewusstsein der Verbraucher rücken. FIA- Präsident und ehemaliger Teamchef des Ferrari F1-Rennstalls Jean Todt zeigte sich von der Idee begeistert und sagte damals gegenüber der “Financial Times”: “Wir wollen jetzt so schnell wie möglich neue [Renn- ]Kategorien mit neuen Energien haben.” Laut Todt habe die FIA bereits eine Elektroauto-Kommission unter der Leitung des ehemaligen BMW- Entwicklungsvorstands Burkhard Göschel gegründet.
Wenn jetzt alles nach Plan verläuft, könnte die elektrische Formel 1 schon im Jahr 2013 in ihre erste Saison starten. “Sofern wir es rund um den Globus starten können, werden wir es tun”, sagte Todt. Formel-1- Chef Bernie Ecclestone sieht in der geplanten Elektro-Meisterschaft aber keine Konkurrenz für die Königsklasse. Er würde die Stromer am liebsten im Rahmenprogramm der normalen Formel 1 sehen. Ecclestone geht es vor allem um die Show, weniger um den Umweltaspekt: Ab 2013 soll die Formel 1 durch den Einsatz von Vierzylinder-Motoren umweltfreundlicher gemacht werden. Ecclestone ist es nach eigenen Angaben egal, wie viele Zylinder die Boliden haben, hauptsache der Sound stimmt. (ok)




