Green Cars: Nissan Leaf - Technik, Reichweite, Preis

Im August 2009 stellte der japanische Autohersteller Nissan in Yokohama den rein elektrisch angetriebenen Leaf der Weltöffentlichkeit vor. Der Leaf ist das erste Elektrofahrzeug, das in Großserie hergestellt wird und auch bereits in großen Stückzahlen an Kunden rund um den Globus ausgeliefert wird. Anders als zum Beispiel BMWs Mini E, der auf einem Modell mit Verbrennungsmotor basiert und erst nachträglich auf Elektroantrieb umgerüstet wurde, hat Nissan den Leaf von Anfang an als reines Elektroauto konzipiert. Der kompakte Fünftürer feierte am 11. Dezember 2010 sein Debüt auf dem US-Markt. Die ersten japanischen Kunden erhielten ihren vorbestellten Leaf am 20. Dezember 2010. Hierzulande ist der Verkaufsstart des Stromers für Oktober 2011 geplant. Zuvor werden noch Großbritannien, Irland, die Niederlande und Portugal mit dem emissionsfreien Fahrzeug aus Japan beliefert.
Der Leaf ist mit einem an der Vorderachse montierten Elektromotor ausgestattet, der 80 kW (109 PS) leistet. Er bietet laut Hersteller ein maximales Drehmoment von 258 Newtonmeter (Nm). Der E-Motor kann den Leaf laut Hersteller auf maximal 145 km/h beschleunigen. Den Sprint von 0 auf 100 km/h bewältigt der Stromer in rund 10 Sekunden. Der für den Antrieb benötigte Strom wird in einem luftgekühlten Lithium-Ionen- Batteriepaket mit einer Kapazität von 24 kWh gespeichert. Rund 300 der insgesamt 1.521 Kilogramm Fahrzeuggewicht gehen auf das Konto der aus 48 einzelnen Modulen bestehenden Batterie und der zugehörigen Steuermodule. Auf die Batterie gibt Nissan eine Garantie von 8 Jahren oder 160.000 Kilometer. Nach 10 Jahren soll die Kapazität der Batterie laut Hersteller noch bei etwa 70 bis 80 Prozent liegen.
Die Batterie ist der größte Kostenfaktor des Elektroautos. Laut Nissan liegen die Kosten für das Batteriepaket bei 18.000 US-Dollar (rund 12.000 Euro). Immerhin fast ein Drittel des Fahrzeugpreises. Ein Austausch sollte aber im Normalfall nicht notwendig werden. Nissan geht davon aus, dass die Batterien unter normalen Bedingungen mindestens 5 bis 10 Jahre durchhalten. Ihre Lebensdauer hängt maßgeblich davon ab, wie oft das Auto an Schnellladesäulen mit Strom betankt wird. Auch andere Faktoren, wie z.B. die klimatischen Bedingungen können einen Einfluss auf die Lebensdauer der Batterie haben. Die Batterie des Leaf ist unter der Rücksitzbank angebracht. Dadurch wollte man erreichen, den Schwerpunkt des Fahrzeugs so tief wie möglich zu halten.
Die Batterie wird über einen Anschluss in der Fahrzeugfront mit Strom betankt. An einer Haushaltssteckdose benötigt eine vollständige Ladung zwischen sieben und acht Stunden. Optional kann der Leaf auch an der Schnellladestation mit 400 Volt betankt werden. Hier beträgt die Ladezeit etwa 30 Minuten, um einen Ladestand von 80 Prozent zu erreichen. Bei zurückhaltender Fahrweise (im Eco Mode) kann der Stromer eine Reichweite von bis zu 160 Kilometern bieten, bevor er wieder an die Steckdose muss. Bei normaler Fahrweise liegt die Reichweite abhängig von weiteren Faktoren wie der Temperatur und Verbrauchern (z.B. Klimaanlage) zwischen 70 und 160 Kilometern. Preislich gehört der Leaf zu den erschwinglichen Stromern. Nissan peilt für Deutschland einen Preis zwischen 30.000 und 35.000 Euro. Damit bewegt sich der Leaf in einer Preisklasse mit vergleichbar ausgestatteten Dieselfahrzeugen. Das Auto wird sowohl zum Kauf als auch im Leasing angeboten. In anderen Ländern ist die Anschaffung des Leaf durch die staatliche Förderung für Elektroautos deutlich günstiger. In Großbritannien erhalten Käufer zum Beispiel rund 5.700 Euro vom Staat, wenn sie sich für einen umweltfreundlichen Stromer entscheiden. In Deutschland gibt es noch kein Förderprogramm für Elektroautos.
Der Leaf darf sich bereits mit zahlreichen Auszeichnungen schmücken. 2009 bezeichnete das renommierte “Time“-Magazine den Stromer als eine der 50 wichtigsten Erfindungen des Jahres. Auf der New York Auto Show 2011 kam die begehrte Trophäe für das “Weltauto des Jahres” hinzu. Kurz zuvor konnte sich der Leaf auch die Auszeichnung für das “Auto des Jahres 2011″ in Europa sichern. Im Jahr 2010 wurde der Stromer außerdem als erstes Auto ohne Verbrennungsmotor in die “10 Best Engines 2011″ des US-Magazins “Ward’s Auto World” gewählt.
Im April 2011 sorgte der Leaf für Schlagzeilen, weil einige Besitzer über Startprobleme ihres Stromers klagten. Das Problem betraf laut Nissan jedoch nur einen kleinen Teil der rund 5.300 ausgelieferten Fahrzeuge. Man konnte das Problem im Steuerungssystem des Stromers lokalisieren und entschied sich dafür, an allen auf dem Markt befindlichen Fahrzeugen ein Software-Update vorzunehmen. Die Probleme waren ausgeräumt. Weitere Probleme sind im Zusammenhang mit dem Leaf nicht bekannt.
Im April 2011 stellt Nissan eine Rennversion des Leaf auf der New York International Auto Show vor. Nissan Leaf Nismo RC (RC steht für Racing Competition) kombiniert den emissionsfreien Elektromotor des Serien- Leaf und die Technologie aus dem 2012er Modell des Stromers mit einer extrem leichten Karosserie aus Kohlefaser und vielen anderen großen und kleinen Optimierungen für die Rennstrecke. Aktuell handelt es sich bei dem Fahrzeug jedoch nur um einen Prototyp. Ob der Nismo RC irgendwann auf der Rennstrecke zu sehen sein wird, ist noch unklar.




