DNR: Vollständiger Atomausstieg bis 2014 möglich

Noch gibt es keine konkreten Informationen darüber, wann die Bundesregierung endgültig aus der Atomkraft aussteigen will. Berichten zufolge haben sich Kanzlerin Angela Merkel und Bundesumweltminister Norbert Röttgen (beide CDU) jedoch darauf verständigt, den Atomausstieg an eine feste Jahreszahl zu binden. Diese soll der damals noch von der rot-grünen Bundesregierung festgelegten Zeitpunkt für die Abschaltung des letzten deutschen Atommeilers nahe kommen. Nach den Plänen von Rot-Grün wäre der letzte Meiler bis 2022 oder 2023 vom Netz gegangen. Nach Ansicht der meisten Umweltverbände ließe sich ein kompletter Ausstieg aus der Kernenergie jedoch schon deutlich früher umsetzen.
Wie der Deutsche Naturschutzring (DNR) heute mitgeteilt hat, hält man es für möglich, dass ein vollständiger Atomausstieg bereits bis Ende 2014 realisierbar wäre. Eine komplette Stromversorgung des Landes auf Basis von erneuerbaren Energien könnte nach Ansicht der Umweltschützer schon bis 2030 Realität werden. In Berlin stellte der Dachverband von fast hundert Umwelt- und Naturschutzorganisationen einen 6-Punkte- Plan zum Umbau des deutschen Energiesystems vor.
“Das Bekenntnis der Bundesregierung zu einem beschleunigten Ausstieg aus der Atomenergie und zum Umbau unseres Energiesystems hin zu den erneuerbaren Energien findet unsere Unterstützung. Allerdings darf es nicht nur bei einer Ankündigung bleiben”, sagt DNR-Präsident Hubert Weinzierl. Die durch einen schnellen Atomausstieg steigenden CO2- Emissionen durch den minimalen Ausbau von Gaskraftwerken könnten sich durch eine beschleunigte Umstellung auf erneuerbare Energien fünffach kompensieren lassen, erklärte der DNR. Darüber hinaus setzt der DNR bei seinem Konzept auf einer Verbesserung der Energieeffizienz. Der DNR fordert eine 2000-Watt-Gesellschaft pro Kopf und Jahr bis zum Jahr 2050 (derzeit sind es bei uns 6.700 Watt).
Darüber hinaus fordert der DNR ein neues Effizienzgesetz mit 3 Prozent weniger Energieverbrauch jährlich sowie eine Änderung des Lebensstils, etwa beim Fleischkonsum. “Wenn der von der Bundeskanzlerin nach Fukushima erklärte absolute Vorrang der Sicherheit ernst genommen wird, müssen alle AKWs sofort vom Netz”, sagte DNR-Präsidialmitglied Michael Müller. Kein einziges der deutschen AKWs sei gegen einen gezielten Absturz eines großen Passagierflugzeugs geschützt. Zudem erfülle keines den erforderlichen Entsorgungsnachweis. Den 6-Punkte- Plan des DNR gibt es hier als Download (PDF). (ok)




